Zurück nach Porto Santo

Da im Madeira Archipel in den Sommermonaten nordöstliche Wind vorherrschen, ist die Fahrt von Porto Santo nach Madeira einfach und kurz (da hat man den Wind von hinten). Für die Rückfahrt „gegen den Wind“ muss man dann eine deutlich weitere Strecke fahren, da man gegen an kreuzen – quasi im Zick-Zack fahren – muss. Wir rechnen damit, dass wir – auch wenn wir bei Morgengrauen bereits los segeln – erst spät in der Nacht auf Porto Santo ankommen werden. Das wird also unsere erste Nachtfahrt auf „Sabir“ werden.

Anfangs haben wir starken böigen Wind, gegen den wir unter Motor fahren. Erst als die „Ilhas Desertas“ achterlich liegen, setzen wir die Segel und hängen die Windsteuerung wieder ein. Auch heute hält sie und zuverlässig auf Kurs.

Allerdings sind wir sehr langsam. Auf dem Steuerbordbug kommen wir nur knapp an 4 Knoten ran, auf dem Backborbug werden es auch nur maximal 5,5 Knoten. Auch die Wendewinkel sind riesig: Wir kommen nicht auf dem idealen Weg nach Porto Santo. Wir vermuten, dass uns eine starke Strömung entgegen steht, die uns bremst. Es zeichnet sich ab, dass wir Porto Santo nicht vor Mitternacht erreichen werden.

Zum Abend hin nimmt unsere Geschwindigkeit zu und auch der Wendewinkel wird besser. Die Sonne geht unter und wir beobachten einen schönen Sonnenuntergang. Photos habe ich leider keine gemacht. Es wird dunkel. Ich übernehme die Wache. Claudia und Andrea sind unten.

Es ist ein wunderschönes Gefühl in der Nacht zu segeln. „Sabir“ kennt den besten Weg durch die Wellen, der Windpilot steuert ihn. Ich sitze entspannt mit einem Buch im Cockpit. Alle 20 Minuten erinnert mich mein Wecker, dass ich daran einen Rundum-Blick machen soll.

Die Nacht ist relativ dunkel. Ich sehe eine Unmenge an Sternen. Sogar die Milchstraße ist als helles Band gut am Himmel zu sehen. In den Wellen, die „Sabir“ aufwirft ist immer wieder ein Funkeln zu sehen – uns umgibt Meeresleuchten: Ein Effekt, der von Algen ausgelöst wird, die bei Berührung ein bläulich-grünliches Licht aussenden.

Irgendwann werde ich müde und erlaube mir ab und zu die Augen zu schließen. Wenn ich alle 20 Minuten nach dem rechten schaue, kann überhaupt nichts passieren: Auch ein schnelles Schiff schafft es in der Zeit nicht am Horizont aufzutauchen und uns zu erreichen. Bei allem anderen wird mich „Sabir“ wecken, wenn sich Ihre Bewegungen oder Geräusche ändern.

Gegen Mitternacht müssen wir eine Wende fahre. Ich wecke Andrea und ich übergebe ihr nach dem Manöver die Wache.

Den Hafen von Porto Santo erreichen wir müde und zufrieden gegen 3:00 Uhr morgens. Wir werfen den Anker im Hafenbecken und legen uns alle schlafen.

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