Hafentag, Anlegen, Grillen

Gestern haben wir nichts gemacht, Sabir lag vor Anker, wir in den Kojen oder im Cockpit.

Auf Sabir sind noch viele Bücher, die wir vermutlich nicht lesen werden. Wir nehmen uns das Dinghy und fahren zu den anderen deutschen Ankerliegern, um sie dort zum Verschenken anzupreisen. Wir laden alle, die wir so treffen, für heute Abend zum Grillen und Bücher aussuchen ein.

Wir gehen ins Dorf um dort einen Bollo do Caco zu essen und für den Abend einzukaufen. Vorne an der Seebrücke sehen wir unseren portugiesischen Stegnachbarn mit seinem Boot „Tanto Faz“.  Er hatte die Bilder von uns vor Funchal gemacht. Das ist die Gelegenheit uns zu revanchieren. Ich mache ein paar Fotos von seinem Schiff und schicke sie Ihm.

Gegen Nachmittag ruft mich das Büro der Marina an und teilt uns mit, dass wir einen Liegeplatz haben und uns dorthin verholen sollen. 

Schade eigentlich: Das Grillen vor Anker hätte uns viel mehr Spaß gemacht, als in der Marina.

Am Abend wird es voll auf Sabir. Wir sind am Ende acht Leute und haben gerade so Platz. Wir verbringen einen wunderschönen Abend mit neuen Bekannten. Wir werden tatsächlich auch ein paar unserer Bücher los. Aber längst nicht so viele, wie wir gehofft haben.

Mit M von der „Hein“ machen wir für den nächsten Tag einen kurzen Segeltörn aus. Es wurmt mich immer noch, dass Sabir auf dem Weg von Madeira nach Porto Santo so langsam war. Ich möchte unbedingt noch einmal raus und wissen ob das an mir, Sabir oder an den Bedingungen lag.

Zurück nach Porto Santo

Da im Madeira Archipel in den Sommermonaten nordöstliche Wind vorherrschen, ist die Fahrt von Porto Santo nach Madeira einfach und kurz (da hat man den Wind von hinten). Für die Rückfahrt „gegen den Wind“ muss man dann eine deutlich weitere Strecke fahren, da man gegen an kreuzen – quasi im Zick-Zack fahren – muss. Wir rechnen damit, dass wir – auch wenn wir bei Morgengrauen bereits los segeln – erst spät in der Nacht auf Porto Santo ankommen werden. Das wird also unsere erste Nachtfahrt auf „Sabir“ werden.

Anfangs haben wir starken böigen Wind, gegen den wir unter Motor fahren. Erst als die „Ilhas Desertas“ achterlich liegen, setzen wir die Segel und hängen die Windsteuerung wieder ein. Auch heute hält sie und zuverlässig auf Kurs.

Allerdings sind wir sehr langsam. Auf dem Steuerbordbug kommen wir nur knapp an 4 Knoten ran, auf dem Backborbug werden es auch nur maximal 5,5 Knoten. Auch die Wendewinkel sind riesig: Wir kommen nicht auf dem idealen Weg nach Porto Santo. Wir vermuten, dass uns eine starke Strömung entgegen steht, die uns bremst. Es zeichnet sich ab, dass wir Porto Santo nicht vor Mitternacht erreichen werden.

Zum Abend hin nimmt unsere Geschwindigkeit zu und auch der Wendewinkel wird besser. Die Sonne geht unter und wir beobachten einen schönen Sonnenuntergang. Photos habe ich leider keine gemacht. Es wird dunkel. Ich übernehme die Wache. Claudia und Andrea sind unten.

Es ist ein wunderschönes Gefühl in der Nacht zu segeln. „Sabir“ kennt den besten Weg durch die Wellen, der Windpilot steuert ihn. Ich sitze entspannt mit einem Buch im Cockpit. Alle 20 Minuten erinnert mich mein Wecker, dass ich daran einen Rundum-Blick machen soll.

Die Nacht ist relativ dunkel. Ich sehe eine Unmenge an Sternen. Sogar die Milchstraße ist als helles Band gut am Himmel zu sehen. In den Wellen, die „Sabir“ aufwirft ist immer wieder ein Funkeln zu sehen – uns umgibt Meeresleuchten: Ein Effekt, der von Algen ausgelöst wird, die bei Berührung ein bläulich-grünliches Licht aussenden.

Irgendwann werde ich müde und erlaube mir ab und zu die Augen zu schließen. Wenn ich alle 20 Minuten nach dem rechten schaue, kann überhaupt nichts passieren: Auch ein schnelles Schiff schafft es in der Zeit nicht am Horizont aufzutauchen und uns zu erreichen. Bei allem anderen wird mich „Sabir“ wecken, wenn sich Ihre Bewegungen oder Geräusche ändern.

Gegen Mitternacht müssen wir eine Wende fahre. Ich wecke Andrea und ich übergebe ihr nach dem Manöver die Wache.

Den Hafen von Porto Santo erreichen wir müde und zufrieden gegen 3:00 Uhr morgens. Wir werfen den Anker im Hafenbecken und legen uns alle schlafen.

Die Ilhas Desertas

Heute geht es nach dem Frühstück noch einmal nach Funchal rein. Maja braucht Auslauf und Andrea möchte noch eine Besorgung machen. Ich checke bei der GNR aus und frage im Marina-Büro nach, ob die wissen, wie man zur Erlaubnis für die „Ilhas Desertas“ kommt.

Die wissen es: Es gibt eine staatliche Website Madeiras auf der man sich registrieren muss. Danach kann man auf der Website einen Antrag stellen. Die Website ist äußerst unübersichtlich und ausschließlich auf Portugiesisch. Mit Google Übersetzer und ein bisschen Phantasie kann man den Antrag finden. Kurz nachdem ich mich durch die Website und dem Antrag gekämpft habe, bekomme ich auch schon ein PDF mit der Erlaubnis und der Aufforderung die Parkranger per Funk über unsere Ankunft zu informieren.

Wir verlassen den Ankerplatz vor Funchal und segeln rüber auf die „Desertas“. Auch dort wollen wir heute Nacht ankern.

Da wir anfangs zu wenig Wind hatten, mussten wir gegen später den Motor zur Hilfe nehmen um rechtzeitig vor Sonnenuntergang den Ankerplatz zu erreichen.

Bei der Ansteuerung der Bucht muss man gut aufpassen, da es dort sehr viele überspülte Steine gibt, die man weiträumig umfahren sollte. Von M haben wir gestern noch erfahren, dass wir die Bucht nicht direkt anfahren sollen, sondern unbedingt auf die Höhle rechts der Bucht zuhalten sollen. Erst ganz dicht vor der Steilküste, wenn wir direkt in die Höhle hineinschauen können, sollen wir nach Backbord drehen und den Ankerplatz anlaufen.

Die Bucht ist schon sehr belegt und es gibt keinen geeigneten Platz, wo wir den Anker hätten werfen können – aber es hat Bojen. Wir machen behelfsmäßig an einer der Bojen fest (viel zu dicht an zwei anderen Yachten), weil wir wissen, dass eine geeignete Boje in der nächsten Stunde frei werden wird.

Über Funk versuche ich die Parkranger zu erreichen. Ich probiere es mehrfach (auch während der Ansteuerung hatte ich es schon versucht), bekomme aber keine Antwort. Es interessiert sich offenbar niemand dafür, ob wir eine Erlaubnis haben oder nicht.

Da wir morgen sehr früh aufstehen und die Bucht bei Tagesanbruch verlassen wollen, gehen wir schon früh ins Bett. Morgen haben wir die weite Strecke gegen den Wind nach Porto Santo vor uns.

Funchal

Heute geht es aber endlich nach Funchal. Von dem Wind von dem wir gestern zu viel hatten, haben wir heute leider zu wenig. Wir müssen den Motor verwenden um nach Funchal zu tuckern.

Wir genießen die entspannte Fahrt entlang der Küste Madeiras trotzdem sehr.

In Funchal angekommen gehen wir vor der Stadt und vor dem Hafen an den Anker. Genau vor der Bar, wo wir Ende Juli bei der Heimreise nach Deutschland einen Galao getrunken und wehmütig auf eine Yacht geschaut haben, die dort vor Anker lag (Die letzten Tage). Klar, dass unser erster Weg, nachdem wir mit unserem Dinghy an Land gefahren sind, direkt in diese Bar führt.

Dieses Mal ist alles andere als Wehmut dabei, wenn wir über unsere Galao hinweg auf die ankernden Yachten schauen. Die Yacht neben „Sabir“ gehört übrigens S aus den USA – doch dazu später mehr.

Nach dem Kaffee laufen wir durch Funchal, lassen Maja in einem Park toben (ich tobe mit und bekomme im Anschluss den Beinamen „der große Hund“) und gehen in einem Supermarkt Zutaten für das Grillen heute Abend einkaufen.

Der Einkauf im Supermarkt war ein anstrengendes Erlebnis. Wir hatten nicht bedacht, dass heute Sonntag ist. Der Supermarkt war zwar geöffnet, aber gerade deswegen gerammelt voll. Wir sind eine gefühlte Ewigkeit an der Fleischtheke angestanden und das Gedränge und der Lärm in dem Laden hat uns sehr zugesetzt – ist das doch das krasse Gegenteil zur Ruhe und Entspannung auf „Sabir“ und zum gemütlichen Porto Santo.

Nach dem Einkauf gehen wir uns noch bei der Grenzpolizei von Madeira einklarieren (uns anmelden – das muss man hier auch, wenn man nur von einer Insel zur nächsten segelt). Wir versuchen dort auch herauszufinden, wie wir an eine Erlaubnis kommen, die benachbarten Inseln, die „Ilhas Desertas“, zu besuchen. Diese sind nahezu unbewohnt und liegen in einem Naturschutzgebiet. Wir bekommen von den Polizisten des GNR zwei Telefonnummern – unter denen wir jedoch (heute und auch morgen) niemanden erreichen…

Zurück auf „Sabir“ machen wir noch ein paar Fotos aus dem Dinghy mit „Sabir“ vor Funchal und werfen dann gleich den Grill an, wir haben großen Hunger.

Während ich mich noch um den Grill kümmere, kommt unser Nachbarlieger, der Amerikaner S mit seinem Dinghy zu seinem Boot zurück. Ich rufe zu ihm rüber und frage, ob er zum Grillen rüber kommen möchte. Er verneint, sagt aber zu, später zum Bier vorbeizuschauen.

Auch heute erreicht uns wieder eine Nachricht mit einem Foto von „Sabir“. Heute hat uns unser Portugiesischer Freund M von der Hafenpromenade Funchals aus entdeckt. Auf Porto Santo sind wir Stegnachbarn… Mit großem „Hallo“ und Winken können wir ihn mit seiner Partnerin und seiner Tochter an Land entdecken.

Später kommt S an Bord und wir genießen mal wieder einen wunderschönen geselligen Abend auf „Sabir“.

Wir bleiben in der Bucht

Heute sollte es eigentlich weiter gehen nach Funchal. Wir stehen auf und frühstücken. Danach versuchen wir ein zweites Mal an Land zu kommen. Etwas östlich von unserem Ankerplatz haben wir gestern im Vorbeifahren einen Betonsteg gesehen. An dem wollen wir versuchen anzulegen.

Allerdings ist auch heute zu viel Seegang, als dass wir es wagen wollen anzulanden. Unverrichteter Dinge kehren wir wieder zu „Sabir“ zurück. Ich drehe noch ein paar Runden mit dem Dinghy und mache ein paar schöne Fotos von „Sabir“ vor der schönen Landschaft Madeiras.

Noch bevor wir das Schiff klar zum Anker auf machen wollten, zieht der Himmel zu, der Wind frischt auf und es zieht immer wieder ein Regenschauer über uns hinweg. Da der Wind aus südlichen Richtungen kommt und uns auf dem Weg Richtung Funchal direkt auf die Nase blasen würde, entscheiden wir uns, heute doch nicht nach Funchal zu segeln, sondern noch eine Nacht in der Bucht zu bleiben.

Endlich segeln – die zweite…

Heute machen wir uns zu unserem ersten „echten“ Törn mit unserer „Sabir“ auf den Weg. 

Wir stellen uns einen „frühen Wecker“, damit wir zeitig los kommen. 

Ich habe noch ein paar Dinge an der Windsteueranlage vorzubereiten: „Sabir“ hat ja normalerweise eine hydraulische Radsteuerung. Das heißt, dass die Drehung am Steuerrad über eine Hydraulik auf einen Kolben übertragen wird, der dann das Ruderblatt dreht. Der Windpilot jedoch arbeitet rein mechanisch und steuert mit Leinen. Diese Leinen gehen über Umlenkungen auf unsere Notpinne und so auf das Ruder. Damit wir „Sabir“ auch weiter von Hand steuern können, wird außerdem noch das Steuerrad – ebenfalls über umgelenkte Leinen – mit der Notpinne verbunden. Die Hydraulik muss abschließend dann noch deaktiviert werden, damit diese nicht gegen den Windpilot arbeitet.

Da das Verlegen der Leinen noch nicht so flüssig von der Hand geht, vergeht doch einiges an Zeit, bevor wir den Anker heben und losfahren können.

Für das Ankerauf-Manöver steht Claudia am Steuer. Sie startet den Motor und steuert „Sabir“ zwischen den anderen ankernden Yachten aus dem Hafen, nachdem ich den Anker gelichtet habe.

Draußen vor dem Hafen setzen wir recht zügig das Groß- und das Vorsegel und Claudia steuert unseren Kurs in Richtung Madeira.

Während wir gemütlich Richtung Madeira segeln versuche ich unsere Windsteueranlage in Betrieb zu nehmen. Irgendwie klappt es nicht. Die Anlage steuert irgendwie immer falsch. Hä? Es dauert viel zu lange, bis ich merke, dass ich die Windfahne, die zur Windrichtung ausgerichtet sein muss, um 180 Grad verdreht eingestellt habe. Der Windpilot luvt also an, wenn er abfallen sollte und umgekehrt – so kann dass ja nicht gehen. 

Kaum macht man’s richtig tut’s: Ist die Windfahne korrekt ausgerichtet, hält der Windpilot zuverlässig unseren Kurs zum Wind. Es ist ein Traum!

Der Windpilot ist – im Gegensatz zum elektronischen Autopilot, der meist nur nach GPS oder Kompass steuert – in der Lage den korrekten Kurs zum Wind zu steuern. Das heißt, wenn der Wind leicht seine Richtung ändert (zum Beispiel wenn eine Böe einfällt), dann steuert der Windpilot diesen Winddreher aus, so dass die Segel immer optimal zum Wind eingestellt sind. Falls der Wind mal länger aus einer anderen Richtung bläst, dann wird einfach die Windfahne neu eingestellt und „Sabir“ fährt wieder in die richtige Richtung.

Heute ist auch endlich mal Gelegenheit unser Besan-Segel am hinteren Mast zu setzen. Wir hatten bis heute noch keine Gelegenheit dazu. Ich mache das Segel klar und setze es. Oh ist das schön! Der Vorbesitzer von „Sabir“ hatte mir zwar schon gesagt, dass das zusätzliche Segel oft keinen zusätzlichen Vortrieb gibt – aber das ist mir egal: „Sabir“ sieht einfach toll aus, wenn alle Segel oben sind. Leider kann man nur schlecht Bilder vom Schiff machen, wenn man selbst auf dem Schiff ist. Drum gibt es hier nur ein Bild wie ich das Besan-Segel setze und ein Bild mit dem äußerst zufriedenen Skipper.

Leider lässt der Wind im Laufe des Mittags / Nachmittags ein wenig nach, so dass wir das Besen-Segel wieder einpacken und statt dessen den Motor zur Hilfe nehmen, damit wir nicht allzu spät an unserem Tagesziel ankommen.

Aus Erzählungen anderer Segler wussten wir schon, dass man auf der Strecke von Porto Santo nach Madeira sehr sicher Delfine zu Gesicht bekommen soll. Drum freuen wir uns sehr, als tatsächlich ca. fünf Delfine von der Seite auf „Sabir“ zugeschwommen kommen und uns schätzungsweise eine halbe Stunde begleiten. Sie schwimmen immer von hinten nach vorne an „Sabir“ entlang, spielen ein bisschen in der Bugwelle und lassen sich dann wieder zurückfallen. Auch das ist ein Traum.

Wir umrunden den nordöstlichen Zipfel Madeiras und steuern unsere Ankerbucht für diese Nacht, die „Enseada da Abra“ an. Kurz nachdem wir unseren Anker in der Bucht fallen lassen haben, erreicht mich eine Nachricht mit zwei Bildern auf dem Telefon:

Die Bilder wurden von M+G gemacht. Die beiden waren heute auf Madeira wandern und haben „Sabir“ an ihrer auffälligen Form und Farbe erkannt, als wir auf dem Weg zu unserem Ankerplatz waren. Die beiden waren vor ein paar Tagen schon von Porto Santo aus nach Madeira aufgebrochen. 

Nach dem Abendessen wollen wir noch versuchen mit dem Dinghy an Land zu fahren. Wir wollen uns noch ein bisschen die Füße vertreten und Maja springen lassen. Leider steht dermaßen viel Schwell in die Bucht, dass wir das Dinghy nicht an das steinige/felsige Ufer bringen. Wir schaffen es Andrea und Maja an Land abzusetzen und warten dann auf dem Wasser, bis sie wieder zurück kommen.

Zurück an Bord werden wir von einem wunderschönen Ausblick auf die Bucht und die umliegende Steilküste entschädigt, die von der untergehenden Sonne in ein tolles Licht getaucht wird.

Benzin für den Außenborder und Proviant einkaufen, Boote umparken

Der heutige Tag steht ebenfalls ganz im Zeichen der Vorbereitung unseres Törns morgen.

Da wir vor haben ausschließlich zu ankern, kaufen wir zur Sicherheit noch Benzin für unseren Außenborder.

Zur Tankstelle ist es eine gehörige Strecke und die Aussicht, 15l Benzin durch die Sonne tragen zu müssen lässt uns eine etwas absurde Konstruktion ausprobieren: Wir nehmen die faltbare Sackkarre, eine Faltbox und binden beides hinten an eines der Klappräder.

Nach dem Motto „besser schlecht gefahren, als weit gelaufen“ radeln wir im Schneckentempo zur Tankstelle. Die Konstruktion hält und wir bringen das Benzin zwar langsam, dafür bequem und sicher zurück in die Marina.

Später müssen wir noch mal zum Supermarkt, etwas Proviant für uns, Andrea und ihr Hündchen Maja besorgen. Vor allem benötigen wir viel Wasser. Wir rechnen pro Person und Tag mit 3l Wasser (wir wollen das Wasser aus unserem Frischwassertank nicht nehmen). Bei drei Personen und vier Tagen sind das 36l, die wir vom Laden aufs Schiff bringen müssen. Andrea kann zum Glück das Auto von einem Bekannten ausleihen, so dass dies kein Problem ist.

Am Abend bringt Andrea ein paar Sachen für die nächsten Tage zu uns auf das Boot. Sie wird heute bereits bei uns übernachten, damit wir morgen gleich „Anker auf“ gehen können.

Danach legen wir „Sabir“ im Hafenbecken vor Anker und Andrea‘s „Arilon“ auf unseren Platz. So können wir uns sicher sein, dass wir, wenn wir zurück sind, wieder auf unseren Platz zurück können. Andrea hat sich angeboten, gegebenenfalls ein paar Tage am Anker zu liegen. Die Marina ist gerade bis zum letzten Platz belegt und freie Liegeplätze sind begehrt. Da hilft auch nicht, dass wir unseren Platz bereits bis Ende Oktober bezahlt haben…

Das ist doch mal ein Plan

Schon im Vorfeld unseres Urlaubs mit „Sabir“ haben wir mit Andrea ausgemacht, dass wir gemeinsam ein paar Tage rüber nach Madeira segeln.

Andrea freut sich mal wieder „nicht alleine“ zu segeln und Claudia und ich haben so die Möglichkeit unsere „Sabir“ segelnd besser kennen zu lernen. Andrea kann eine Aufgabe der Zweimensch-Crew übernehmen, ich kann den anderen Teil übernehmen und dabei Claudia die Handgriffe zeigen.

Außerdem können wir von Andrea’s großer Erfahrung lernen und ihr Wissen über das Revier nutzen.

Das ist doch mal ein Plan. Fehlt nur noch der Wind. Seit wir auf Porto Santo angekommen sind ist Flaute.

Wir planen jetzt mal die Abfahrt für den Freitag. Da ist Westwind (ungewöhnlich für hier) angesagt. Zwar nicht viel, aber deutlich mehr, als die letzten Tage.

Aufgaben:

  • Windpilot installieren
  • Nach Gennaker schauen
  • Dinghy und Außenborder ausprobieren

Bei der Übergabe von „Sabir“ hatten wir den Windpilot schon einmal installiert – aber ausprobieren konnte ich ihn noch nicht. Ich bin sehr gespannt.

Für die Nichtsegler: Der Windpilot ist eine rein mechanische Selbststeuerung. Wenn sie aktiviert ist, hält sie automatisch den richtigen Kurs zum Wind und gleicht selbstständig Änderungen der Windrichtung und Windstärke (z. B. Böen) aus.

Heute war es äußerst putzig

„Sabir“, der kleine Dreckspatz, hat heute eine gründliche Reinigung von uns bekommen.

Ich habe alle Edelstahlteile mit so einem neuseeländischen Teufelszeug von Flugrost befreit, Claudia hat das Deck sauber geschrubbt.

Insgesamt waren wir fast vier Stunden damit beschäftigt. Aber es hat sich gelohnt, „Sabir“ ist nun blitzeblank und strahlt.

Parallel zur Putzerei hat Claudia noch unsere Bettdecken und ein Leintuch gewaschen. Bei der Gelegenheit hat sie M. kennen gelernt: M., Mitarbeiterin der Marina, alleinige Herrscherin über Waschmaschine und Trockenplatz. Diese wacht penibel genau über die Wäschetaschen der verschiedenen Yachten und darüber, dass die Reihenfolge exakt eingehalten wird. Das Problem bei der Sache: M. spricht nur portugiesisch und sie hat die Gabe eher Durcheinander in die Wäsche zu bringen, als Ordnung. Das Beste daran: Sie betont regelmäßig, dass das ja gar nicht Ihre Aufgabe ist…

Aber: Sie hat unsere Wäsche trotz ein bisschen Murren gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Danke auf alle Fälle dafür.

Zur Belohnung für die Mühen sind wir vor in die Marina-Bar gegangen und haben jeder einen Galao (einen Portugiesischen Milchkaffee) getrunken. Das ist inzwischen schon zum täglichen Ritual geworden.

Am Abend sind wir mit Andrea noch am Strand spazieren gegangen und haben ihren Hund Maja ausgeführt.

Der Madeirische Wuselpinguin

Zum Ausklang des Abends saßen wir mit Andrea, N. einem deutschen Einhandsegler und M., der mit Freundin und Kind gerade Elternzeit macht, zusammen auf „Sabir“. Claudia und ich haben interessiert den Geschichten der drei gelauscht. Die sind schon so lange unterwegs und haben so viele interessante Dinge zu berichten. Faszinierend.