El Cedro und das Tal von Hermigua

Der zweite Tag auf La Gomera mit dem Auto scheint nicht ganz so schön zu werden. Schon morgens liegen die zentralen Berge in den Wolken und wir sind gespannt, ob wir heute auch so tolle Aussichten haben und so schöne Bilder für Euch machen können.

Das heutige Ziel wird ganz grob das Tal von Hermigua sein. Wir folgen heute der nördlicheren der Inselstraßen der GM-1. Sie führt uns an einen Abzweig, von wo aus wir nicht weiter nach Hermigua sondern in Richtung Inselmitte abbiegen. Wir wollen eine kurze Wanderung nach El Cedro machen. Das Auto lassen wir an einem Parkplatz stehen und folgen dem Wanderweg von „Reventón Oscuro“ nach El Cedro. 

Der Wanderweg führt über eine gefplasterte Straße durch einen dichten dunklen Lorbeerwald hinunter nach El Cedro. Hier ist es die meiste Zeit des Jahres sehr feucht. Die Straße ist sehr schmierig und teils moosbedeckt. In den Ästen der Bäume haben sich lange Bärte von Flechten und Moosen gebildet. Der Nordostpassat treibt Wolken auf La Gomera zu und diese „verfangen“ sich in den Wäldern in den Bergen der Insel als Nebel. Die Wassertröpfchen in den Wolken kondensieren und schlagen sich auf den Bäumen nieder. Dadurch bleibt es in den Nebelwäldern kühl, was wiederum dazu führt, dass sich der Nebel hier so gut halten kann. Auch wir werden immer wieder mal ein bisschen nass und es dringt kein Sonnenstrahl zu uns durch.

Ab und zu fahren Autos auf der einspurigen Straße an uns vorbei und wir fragen uns, wohin diese bei Gegenverkehr ausweichen.

Am Rand des Pfades sehen wir immer wieder Holzpfosten mit QR-Codes stehen. Hinter den QR-Codes verbergen sich die Adressen von Audio-Guides, die den Weg, die Vegetation und andere interessante Dinge zu unserer Wanderung beschreiben. Leider hatten wir nicht überall Internet, so dass wir die Erklärung zu einigen „Pfosten“ verpasst haben.

Irgendwann verlassen wir die gepflasterte Straße und folgen einem schmalen Pfad, der steil durch den märchenhaften Wald nach unten in ein Tal führt.

Wir kommen an verlassenen und verfallenen Häuschen vorbei und laufen durch eine Art Ferienheim oder Sommercamp, bis wir auf der Talsohle ankommen. Dort fließt aus einem Tunnel Wasser in einen Bach. Es ist das Ende des „Tunel del Cedro“. Inzwischen kommt immer häufiger die Sonne heraus und wärmt uns nach der kühlen feuchten Luft im Wald. 

Entlang des Bachs folgen wir dem Weg über einen Campingplatz hin zur Bar „La Vista“. Wir setzen uns auf die Terasse und beschließen hier heute zu Mittag zu essen – zwar haben wir uns wieder ein Vesper für unterwegs vorbereitet, aber die Bar ist für ihre Kressesuppe bekannt, die in Holztellern serviert wird.

Wir bestellen die Kressesuppe, Papas Arrugadas, einen gemischen Salat und Schweinerippchen. Zur Suppe gibt es Gofio. Gofio ist ein vermahlenes geröstetes Getreide, das als eines der wichtigsten Nahrungsmittel der  Guanchen gilt. Durch Einrühren in die Kressesuppe kann diese dicker gemacht werden. Die Kressesuppe schmeckt hervorragend. Wir probieren auch ein bisschen mit dem Gofio – das hat aber für uns den Geschmack eher ein bisschen geschmälert. Auch die übrigen Speisen haben uns gut geschmeckt. 

Der Himmel hat inzwischen komplett aufgerissen und wir genießen die Sonne auf der Terasse. Am Rand der Terrasse steht eine Kamelie, in denen unzählige Bienen am arbeiten sind.

Nach einem Cortado Leche y Leche machen wir uns wieder auf den Weg zurück zum Auto. Es geht den selben Weg, auf dem wir gekommen sind zurück nach oben zum Parkplatz.

Es geht nach oben zum Parkplatz

Mit dem Auto geht es nun weiter Richtung Hermigua. An einem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes halten wir kurz an und machen ein paar Bilder.

Den Ort selbst schauen wir uns nicht an, sondern fahren direkt hinunter an die Küste zu den Pescantes de Hermigua, einer aufgelassenen Betonstruktur, die früher zum Beladen von Frachtern mit Bananen genutzt wurde. Entlang des Weges sehen wir auch viele Bananenplantagen (und in jeder Plantage Bäume mit reifen Papayas). Geerntete Bananenstauden werden am Wegrand unter den Blättern der Bananenpflanze gelagert. Wir beobachten eine Zeit lang die Wellen und das Meer, bevor wir uns wieder auf den Heimweg zu Sabir machen.

Auch wenn das Wetter heute Morgen noch nicht danach aussah, ist es heute doch ein sehr schöner und trockener Tag geworden.

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