Passage von Teneriffa auf die Azoren

Wir waren vom 3. Mai ab ca. 8:30 Uhr bis zum 8. Mai 2022 um ca. 22:00 unterwegs. In den 5 Tagen und ca. 15,5 Stunden haben wir eine Strecke von ca. 702 Seemeilen zurückgelegt. Wir konnten leider nur etwas mehr als die Hälfte der Zeit (75,5h) segeln, den Rest (60h) mussten wir mit dem Motor bis Santa Maria fahren. Wir hatten unter Segel eine durchschnittliche Geschwindigkeit von ca. 5,0kn, unter Motor waren wir mit ca. 5,4kn unterwegs.

Tag 1: Tanken, Abfahrt, Delfiiiiine, Segeln

Wir stehen früh auf und beginnen den Tag mit einem Müsli, das wir bereits gestern vorbereitet haben. Wir legen unsere Leinen auf Slip und ich bespreche kurz das Manöver zum Ablegen und die Vorbereitungen zum Anlegen am Rezeptions-Steg, an dem wir noch tanken werden. Die Crew der „Leonie“ steht bereit, um uns beim Ablegen zu helfen. Wir hatten Jutta und Willi zwar auf La Gomera bereits gesehen, hatten dort aber irgendwie noch keinen Kontakt zueinander. Die beiden wollen in den nächsten Tagen ebenfalls nach Santa Maria aufbrechen, so dass wir uns dort wieder treffen werden.

Wir verholen uns an die Tankstelle und füllen unseren hinteren Dieseltank mit knapp 200l Diesel. Wie immer vor einer längeren Strecke bitte ich Neptun/Poseidon um eine sichere Überfahrt und um den Schutz von Schiff und Crew.

Gegen 8:30 Uhr lösen wir endgültig die Leinen und verlassen die Marina von San Miguel. Wir sind alle euphorisch und voller Vorfreude auf unseren Törn. Auch wenn zu wenig Wind ist, setzen wir gleich außerhalb der Marina das Großsegel – und es macht „Plopp“: Irgendetwas ist aus dem Segel auf das Deck gefallen… Es stellt sich heraus, dass wohl ein Sicherungsring an einem Block des zweiten Reffs aus Altersschwäche kaputt gegangen ist. Wir lassen das Segel noch einmal etwas herunter und binden das 1. Reff ein. Mit einem neuen Sicherungsring ausgerüstet, befestige ich den Block wieder im Segel und wir nehmen Kurs auf den Süden Teneriffas.

Wir sind nur knappe zwei Stunden unterwegs, da werden wir schon von einer Delfinschule begleitet. Die Tiere spielen 20 Minuten um uns herum, surfen auf unserer Bugwelle, lassen sich in einem Bogen um Sabir zurückfallen und kommen von hinten wieder angeschossen. Es ist eine Freude. Ich glaube wir werden dieses Anblicks niemals müde werden.

Zwischen den Inseln Teneriffa und La Gomera ist kaum Wind, so dass wir ganze 25 Meilen unter Motor fahren müssen, bis wir gegen 12:30 Uhr das Ende der Abschattung von Teneriffa erreichen und segeln können. Der Wind kündigt sich durch Schaumkrönchen auf dem Wasser an. Wir rollen die Genua aus und freuen uns, den Motor endlich ausmachen zu können. Mit einem mittleren Wind von 20kn und Böen an die 27kn beschleunigt Sabir im 2. Reff immer wieder deutlich über 7kn Fahrt und wir haben großen Spaß.

Wir lassen Teneriffa und La Gomera in unserem Kielwasser und steuern an der Ostküste von La Palma vorbei. Der Wind lässt zum Abend hin nach und wir gehen in das erste Reff.

Tag 2: Die einzigen weit und breit

Die erste Nacht verlief ruhig. Während meiner Wache ab 4:00 Uhr verschwinden die letzten Lichter La Palmas unter dem Horizont und wir sind „alleine“ auf dem Atlantik. Rund um uns herum ist seit langer Zeit mal wieder nur Wasser. Irgendwann gegen halb Acht taucht eine rote Sonne hinter dichten Wolken am Horizont auf und beschert uns ein ziemlich schönes Farbenspiel.

Um die Mittagszeit schütteln wir auch das 1. Reff aus und setzen unser Besansegel. Wir kommen mit meist 6kn Fahrt gut voran.

Während unserer Wachen sitzen wir an Deck, genießen das angenehme Wetter und lassen unsere Blicke über die Wellen und den weiten Horizont schweifen. Damit wir aufmerksam bleiben, haben wir uns wieder auferlegt, mindestens alle 20 Minuten einen Rundum-Blick zu machen und auf das AIS zu schauen. Alle Stunde wird ein Eintrag in das Log-Buch gemacht. Die wachfreie Zeit verbringen wir meist mit Schlafen und Lesen.

Bevor die Sonne untergeht, bergen wir den Besan, damit niemand bei Nacht auf dem Achterdeck herumturnen muss, falls der Wind zunehmen sollte.

Nadja und Stefan aus Nürnberg haben sich wieder angeboten unser „Satelliten-Relay“ zu spielen. Wir senden unsere Nachrichten per SMS an die beiden. Die empfangenen Nachrichten geben sie dann über Telegram in unsere Familien- und Freunde-Gruppe. So können diese uns auf unserer Passage verfolgen.

Über das Satelliten-Telefon schreiben wir unseren Lieben in Deutschland:

„Hallo Zusammen, unser zweiter Tag neigt sich dem Ende zu. Wir waren auch heute wieder schnell unterwegs. 195nm liegen in unserem Kielwasser. Um 1940 UTC sind wir bei N30 26.4 W018 53.5. Wir segeln mit 5,4kn Richtung 328 und sehen einen wunderschönen Sonnenuntergang.“

Nachdem gestern die Sonne noch hinter La Palma untergegangen ist, können wir heute den schönen Sonnenuntergang mit unverbaubarem Blick genießen.

Tag 3: Apple-Crumble

Der elektrische Autopilot hat Sabir auch in dieser Nacht stetig in die Richtung unseres Zieles, der Insel Santa Maria, gesteuert. Da er nach dem Wind steuert, kann es sein, dass er Sabirs Kurs ändert, wenn der Wind mal ein bisschen weiter von vorne oder von hinten kommt. Aber der Wind weht einigermaßen konstant aus nordöstlichen Richtungen, so dass er mit Sabir nur sanfte Schlangenlinien auf den Kartenplotter zeichnet. Wenn der Wind tatsächlich mal länger aus einer anderen Richtung kommt, warnt uns der Autopilot durch ein Piepen, dann sollen wir eingreifen und den Kurs korrigieren. In den meisten Fällen korrigieren wir nicht, da der Wind kurze Zeit später wieder aus der richtigen Richtung kommt. Wir sind froh über die Technik und dass wir das Steuern der Maschine überlassen können.

Nach Tagesanbruch setzen wir wieder den Besan, damit wir schneller vorankommen. Der Wind ist über Nacht schwächer geworden und weht nun im Mittel nur noch zwischen 13kn und 15kn. Unter Vollzeug sind wir aber immer noch über 5,5kn schnell.

Gegen 10:00 Uhr UTC schicken wir diese Nachricht über das Satellitentelefon nach Deutschland:

„Moin, neues von der Sabir. 1000 UTC N31 24.9 W019 43.9 5,4kn Kurs 328. Der Wind hat etwas nachgelassen: 12-15kn aus NE. Wir sind guter Dinge und genießen die Zeit. Viele Grüße aus dem Atlantik.“

Dieselbe Nachricht geht auch an Ilja und Stefan, nach Fehmarn. Stefan hat sich wieder bereit erklärt, uns einen Wetterbericht zu schicken. Er hat uns gestern schon darauf vorbereitet, dass der Wind, je näher wir den Azoren kommen, schwächer werden wird. Heute bestätigt er und wir rechnen ab morgen mit so wenig Wind, dass wir den Gennaker nutzen werden, um weiterhin gut vorwärts zu kommen.

Claudia macht sich die Mühe und bäckt einen Apple-Crumble im Omina-Ofen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig ihr das Geschaukel unter Deck ausmacht. Ich habe mir auch dieses Mal wieder am Abend vor der Abfahrt ein Scopoderm-Pflaster hinter das Ohr geklebt. So spüre auch ich keine Anzeichen von Seekrankheit.

Wir genießen den Apple-Crumble zum Nachmittagskaffee im Cockpit.

Auch heute endet der Tag wieder mit einem schönen Sonnenuntergang – das wird uns einfach nicht langweilig.

Bevor es komplett dunkel ist, nehmen wir auch heute den Besan runter.

Tag 4: Die Sache mit dem Gennaker

Während die Sonnenuntergänge in meine Wache fallen, kann Eva jeden Morgen die Sonnenaufgänge genießen. Wir haben unsere Wachen so geplant: Evas Nachtwache sollte möglichst früh in der Nacht liegen und Christophs Wache sollte im Anschluss daran sein, so dass Eva bei Bedarf Christoph wecken soll. Nach Christophs Wache kommt Claudia, die wiederum bei Bedarf mich wecken kann. Damit sollen alle möglichst viel und langen Schlaf bekommen.

Claudia steht – obwohl sie Freiwache hat – regelmäßig zum Sonnenaufgang an Deck und macht schöne Bilder:

Der Wind dreht immer weiter nach achtern, so dass wir zur Sicherheit das Großsegel und das zwischenzeitlich gesetzte Besansegel mit einem Bullenstander sichern.

Leider beginnt irgendwann die Genua zu schlagen, da der Wind zu weit von achtern einfällt. Wir nutzen den Spibaum, um die Genua auszubaumen.

Der Wind wird wie angekündigt immer schwächer und gegen 13:00 Uhr entschließen wir uns zu: Der Aktion mit dem Gennaker.

Wir holen den unhandlichen und schweren Sack mit dem riesigen Segel hinten aus der Wurfkammer (Steuerbord-Achterkajüte) nach vorne in den Salon. Dort suchen wir im Sack die drei Ecken des Segels, damit wir diese zum Setzen griffbereit haben: Der Kopf wird am Spi-Fall in den Mast-Top gezogen, der Hals des Segels hängt unten am Bug und an der dritten Ecke, dem Schothorn wird eine Schot angeschlagen.

Nachdem alle Ecken im Sack griffbereit gelegt sind, bauen wir den Spibaum wieder ab und rollen die Genua ein. Christoph und ich schleppen das dicke Ding an Deck nach vorne und schlagen das Segel an: Da der Gennaker in einen Bergeschlauch verpackt ist, können wir ihn im Schlauch als „Wurst“ nach oben in den Mast ziehen. An einer umlaufenden Endlosleine kann der Schlauch über den Gennaker nach oben gezogen werden, so dass sich der Gennaker entfalten kann. Soll das Segel umgekehrt wieder eingepackt werden, zieht man den Schlauch an der Endlosleine wieder nach unten.

So viel zumindest zur Theorie. In der Praxis hänge ich fast mit meinem gesamten Gewicht an der Endlosleine und bekomme den Schlauch dennoch nicht nach oben gezogen. Da stimmt etwas nicht.

Wir holen das eingepackte Segel wieder nach unten und bringen es in den Salon. Dort beginnen wir es einmal komplett aus- und dann wieder einzupacken. Dabei achten wir darauf, dass die vordere und die hintere Kante des Segels mit möglichst wenig Gewurstel dazwischen aufeinander liegen und der Bergeschlauch ohne Drehungen wieder im Sack verschwindet.

Wir tragen den Gennaker ein weiteres Mal vor an den Bug und schlagen ihn an. Ich versuche ihn ein weiteres Mal mit der Leine nach oben zu ziehen. Es geht aber erneut sehr schwer. Ein gleichzeitiger Ruck an der Gennaker-Schot bringt den Erfolg: Das Segel wird so aus dem Schlauch gezogen und der Trichter lässt sich nun leichter nach oben ziehen.

Der Gennaker bläht sich auf und wir nehmen die Gennaker-Schot dicht, so dass das Segel für kurze Zeit gut steht. Doch dann fällt das riesige Tuch plötzlich von oben in das Wasser. Jetzt wird es hektisch. Mit vereinten Kräften ziehen wir das Segel, das sich inzwischen beginnt unter das Schiff zu verziehen, aus dem Wasser und laschen es an der Steuerbordseite an der Reling fest. Das war es mit dem Gennaker-Spaß. Zu allem Überfluss bleibe auch noch mit dem feinen Tuch (nur ganz kurz) am Dinghy hängen und reiße es auf ungefähr einem Zentimeter ein.

Nachdem die Aktion mit dem Gennaker erfolglos war, bleibt uns nun nichts anderes mehr, als den Motor zu starten. Wir überlegen, was wohl passiert sein könnte und vermuten, dass der Schäkel oben am Spi-Fall gebrochen sein könnte – prüfen können wir das erst, wenn wir auf Santa Maria im sicheren Hafen sind und ich das Fall aus dem Mast-Top herunterholen kann…

Wir schicken jeweils eine Nachricht über das Satelliten-Telefon: Eine an Ilja und Stefan (er wollte so gerne ein Foto von Sabir unter Gennaker haben – wir haben leider nur das vom Gennaker an der Reling 😞), die andere schicken wir an Nadja und Stefan zum Weiterleiten in die Familien-/Freundes-Gruppe.

Wir haben seit dem späten Nachmittag nur noch 5-9kn Wind und von der Atlantikwelle ist fast nichts mehr zu spüren. Wir fahren mit einem weiteren schönen Sonnenuntergang in die Nacht.

Tag 5: Delfine, Motten und portugiesische Galeeren

Da wir nun den Motor benutzen, können wir den Autopilot von Wind- auf Kompasssteuerung umstellen und direkt Kurs auf die Marina von Vila do Porto auf Santa Maria nehmen. Da wir nun allerdings ein Motorschiff sind, müssen wir anderen Seglern und anderen Motorschiffen, die von Steuerbord kommen ausweichen. Andere Segler treffen wir nicht und die großen Frachter gehen in genügend Abstand an uns vorbei, so dass wir unseren Kurs nicht ändern müssen.

Die Nacht vergeht fast ereignislos – aber Claudia hat ein wunderschönes Erlebnis: Wenn Sabir nachts durch die Wellen geht, wird das Plankton im Meer „aktiviert“ und beginnt zu leuchten. Heute Nacht bekommt Claudia in ihrer Wache Besuch von ein paar Delfinen, die – wie Torpedos – an unserem Boot vorbeischießen. Auch sie aktivieren das Plankton und ziehen eine bläulich-grünliche leuchtende Schleppe hinter sich her. Claudia weckt mich, da ich eh bald meine Wache übernehmen muss und ich sehe auch noch ein Tier, wie es an uns vorbeizieht. Bilder können wir davon leider keine machen, aber wir sind wieder einmal schwer beeindruckt von der Schönheit der See.

Dafür fotografiert uns Claudia später wieder den Sonnenaufgang:

Über unser Satelliten-Telefon erreicht uns die Nachfrage von Nadja und Stefan, ob bei uns alles gut ist. Offenbar ist unsere gestrige Nachricht nicht rausgegangen, bzw. angekommen. Wir beeilen uns gleich zu antworten, damit sich niemand um uns sorgen muss:

„Ahoi, alles gut bei uns. Nachrichten von gestern haben Euch nicht erreicht!? Wir sind 1030 UTC bei N34 36.4 W22 18.9 SOG 5,6 COG 323. Seit gestern Mittag kaum Wind. Versuch Genaker zu benutzen ist buchstäblich ins Wasser gefallen.Segel hängt jetzt an der Reling zum Trocknen. Wind aktuell 6-9 aus E. Fahren seit gestern 1600 mit Motor hoffen auf Wind. Viele Grüsse. Bitte ACK!“

Stefan schickt prompt die Bestätigung, das er die Nachricht erhalten hat.

Bis 14:00 Uhr passiert nichts nennenswertes. Doch dann umspielt uns hier in Mitten des Atlantiks wieder mal eine große Delfinschule. Wir sind zu der Zeit alle wach und an Deck und können das Schauspiel alle auf dem Vorschiff genießen.

Am frühen Abend bekommen wir Besuch von einem großen Nachtfalter – wo kommt der denn jetzt her? Er sitzt in einer Nische am Bedienpanel des Autopilots. Claudia holt aus der Pantry etwas Honig und bietet ihn dem Falter auf einem Finger an. Das vermutlich geschwächte Tier krabbelt bereitwillig zu Claudia und saugt den Honig mit seinem Rüssel auf.

Er bleibt noch eine ganze Weile bei uns.

Heute haben wir so gar keinen Wind mehr. Wir fahren über eine fast glatte Meeresoberfläche. Wenn nicht rund um uns Wasser wäre, könnte man fast meinen, wir wären auf dem Bodensee unterwegs und nicht mitten im Atlantik. Uns fallen viele portugiesische Galeeren auf, die an uns vorbeiziehen (Fakt ist natürlich: Wir ziehen an den Galeeren vorbei).

Es ist eine ziemlich unwirkliche Stimmung. Während wir staunen und fotografieren geht im Westen die Sonne unter.

Tag 6: Ankunft auf Santa Maria

Am Morgen unseres letzten Tages bereiten Claudia und ich uns ein „English Breakfast“ vor. Wir braten Speck und Baked Beans an und machen ein Rührei. Das essen wir gemeinsam im Cockpit.

Am Wind hat sich nichts geändert, es ist mit 6kn fast windstill. Zumindest fühlt sich das an Bord so an, da der Wind aus achterlicher Richtung kommt. Weil wir mit fast 6kn vorwärts fahren, spüren wir an Bord kaum einen Hauch. Um uns herum ist immer noch spiegelglattes Meer:

Irgendwann nach 15:00 Uhr können wir am Horizont ganz klein Santa Maria erkennen. Wir freuen uns endlich anzukommen. Es ist zwar immer noch schön auf dem Meer zu sein und in die Ferne zu schauen – aber wenn wir nur motoren, fehlt einfach was.

Je näher wir der Insel kommen, desto mehr sticht uns eines ins Auge: Die Insel ist grün – überall grün. Das bislang für uns vorherrschende sandige Braun der kanarischen Inseln gibt es hier nicht. Wir freuen uns sehr, die Azoren kennenzulernen.

Und als wäre es noch nicht genug, bekommen wir kurz vor 20:00 Uhr in einer perfekten Abendstimmung noch ein drittes und letztes Mal Besuch von einer Delfinschule – was für ein Empfang:

Wir bergen das Groß- und das Besansegel, die wir die ganze Zeit hatten stehen lassen (wer weiß, ob noch mal segelbarer Wind gekommen wäre), dann bereiten wir Sabir zum Anlegen vor: Die Fender werden raus gehängt und an allen vier Ecken wird ein Festmacher angeschlagen.

Langsam fahre ich im letzten Tageslicht hinter dem äußeren Wellenbrecher in den großen Vorhafen, dann vorbei an einem zweiten Wellenbrecher in den inneren Hafen mit der Marina. Ich finde eine „einfache“ Lücke und lege Sabir an. Uns gegenüber liegt eine Österreichische Yacht, deren Crew unsere Leinen entgegennimmt und belegt.

Wir bringen noch weitere Leinen als Springs aus und verstauen die Segel. Der fünfte Festmacher (Landstrom) wird ausgebracht und wir sind endlich angekommen: Wir haben es geschafft, ein weiterer großer Schlag, ein neues Archipel. So weit westlich waren wir noch nie. Jetzt ist es auch an der Zeit die Uhren umzustellen: Hier auf den Azoren gilt Azoren-Zeit, das heißt, wir sind nun noch eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit hinterher.

Ich bedanke mich im Namen der ganzen Crew bei Neptun/Poseidon und bei Sabir, dass sie uns so sicher über diese Strecke gebracht haben.

Wir stoßen gemeinsam auf den Törn an und fallen dann alle vier müde ins Bett. Morgen können wir ohne Wecker aufwachen…

Daten und Fakten:

DatumSegel [nm]Motor [nm]Summe [nm]
03.05.2022
08:30-12:30, 12:30-24:00
60,325,385,6
04.05.2022
00:00 – 24:00
141,00,0141,0
05.05.2022
00:00 – 24:00
114,00,0114,0
06.05.2022
00:00 – 16:00, 16:00 – 24:00
62,449,1111,5
07.05.2022
00:00 – 24:00
0,0162,0162,0
08.05.2022
00:00 – 22:00
0,087,787,7
Summe377,7324,1701,8

Am 3. Mai haben wir um 12:30 Uhr den Motor abgeschaltet, am 6. Mai 2022 ab 16:00 Uhr läuft er wieder, bis wir auf Santa Maria anlegen.

Eine Antwort auf „Passage von Teneriffa auf die Azoren“

  1. ich freu mich für euch, dass ihr gut, gesund und glücklich auf den Azoren angekommen seid. Vielen Dank für die schönen Bilder und lebhaft geschilderten Berichten.

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