Tschüss Sommer, good cold Germany ich komme

Bevor es nach Hause geht und ich Euch gleich von meiner Heimreise erzähle, muss ich noch was von gestern Abend nachreichen: 

Ich stelle erschrocken fest, dass eines der Hölzer, auf der „Sabirs“ Kiel steht weich und morsch ist. Das große Gewicht des Schiffs hat in den letzten Tagen das Holz zusammengedrückt und der Kiel senkt sich auf die Querstrebe eines der Gestelle das „Sabir“ aufrecht hält. Es sieht noch danach aus, als würde der Kiel ganz knapp noch nicht auf der Strebe aufliegen, uiuiui.

Ich hole die Jungs von der Werft und zeige ihnen das Problem. Leider können sie den Kran heute Abend nicht mehr bewegen. Sie versprechen mir „Sabir“ morgen – wenn ich schon weg bin – noch einmal anzuheben und besseres Holz zu unterlegen. Thibault bietet mir an, nachzuschauen und mir Bilder von der abgeschlossenen Aktion zu schicken.

Bei angenehmen Temperaturen und schönem Wetter fliege ich von Porto Santo über Funchal nach Stuttgart. In der Erwartung von kühlem Novemberwetter habe ich eine lange Hose angezogen und warme Jacken in der Tasche ganz nach oben gepackt. Ich genieße die letzten warmen Stunden auf der Terrasse des Flughafens von Funchal. Ich bin auf der einen Seite traurig, dass ich wieder einmal von dieser schönen Insel und von „Sabir“ Abschied nehmen muss. Auf der anderen Seite freue ich mich auf die Heimat vor allem auf Claudia.

Über den Wolken (wo die Freiheit wohl grenzenlos sei) ist immer schönes Wetter. Wir fliegen über die Alpen und ich kann schöne Fotos von den schneebedeckten Bergen machen.

Je näher wir der schwäbischen Heimat kommen, desto ungemütlicher wird das Wetter. Ich bin bestürzt, als ich auch auf den Hügeln des Schwarzwalds Schnee sehe – die Vorahnung, dass es Zuhause kalt und ungemütlich wird, wird zur Gewissheit.

Auf dem Stuttgarter Flughafen ist die Kälte noch auszuhalten, in der S-Bahn spüre ich sie kaum. Aber in Bietigheim am Bahnhof angekommen stelle ich fest, dass ich den Bus nach Bissingen verpasst habe und nun in der Kälte am Bahnhof stehe. Ich beschließe ein Taxi zu nehmen – es ist Sonntagabend und der Taxistand ist leer. Ich erinnere mich spontan an das Lied Taxi von DÖF von 1983: „I steh in da Ködn und woat auf a Taxi, aber ’s kummt net.“ Ich muss fast so lange warten, dass ich fast schon wieder auf den nächsten Bus nach Bissingen hätte warten können. Ich friere mir den A… ab. Endlich kommt wieder ein Taxi und bringt mich nach Hause – in eine ausgekühlte Wohnung. Ich verziehe mich in mein Bett, ziehe mir die Decke bis ans Kinn und träume von Sonne, Wärme, Meer und Sabir.

Nächstes Jahr im März geht es los: Da werden Claudia und ich sieben Monate gemeinsame Zeit auf „Sabir“ haben und alles voll auskosten.

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