Portimāo

Die Nacht war kurz… die Musik schallte bis heute früh um drei Uhr über die Bucht. Die Ruhe war nur kurz. Gegen 4:30 Uhr hören wir ein Geräusch, welches wir nicht einordnen können. Wir schauen nach und sehen am Strand gegenüber, wie ein Traktor den Müll und die Fußspuren des vergangenen Tages mit Hilfe einer riesigen Maschine, die er hinter sich herzieht, beseitigt. Beruhigt, dass das Geräusch keine Gefahr für uns oder Sabir bedeutet, legen wir uns wieder hin und versuchen wieder zu schlafen.

Wir bereiten uns ein ausgiebiges Frühstück vor. Während des Frühstücks erleben wir, wie die Bucht zum Leben erwacht: Motorboote voll mit Touristen verlassen in unglaublicher Geschwindigkeit den Hafen und bringen uns mit ihrem Schwell regelmäßig zum Schaukeln. Jetski rasen in Richtung Hafenausfahrt, wechseln in atemberaubender Geschwindigkeit ihre Richtung und rasen wieder zurück in den Hafen. Unzählige Boote mit Werbung auf dem Rumpf, die Delphin- und Whalewatching versprechen, verlassen den Hafen. Wir fragen uns, ob die Touristen wirklich das erleben, was ihnen versprochen wird oder ob sie am Ende der Tour sehr enttäuscht sein werden? („Sorry, heute keine Delfine…“)

Irgendwann kommt „Ophelia“: Ophelia hört man schon lange, bevor man sie sieht. Ophelia ist ein Motor-Katamaran und wirbt u. a. mit „Cruise-Benagil Caves Exploration + Beach BBC – 6 hour Cruise“. Beim Ausfahren aus dem Hafen, auf dem Fluss entlang, werden die Gäste durch Lautsprecherdurchsagen für die anstehende Bootsausfahrt animiert . Wir hören Gegröhle und Gejohle an Bord und Partymusik. Der Animateur versteht seinen Auftrag und macht eine gute Arbeit. Obwohl Ophelia irgendwann nicht mehr zu sehen ist, hören wir sie noch eine ganze Weile. Wir sind neugierig und überlegen, wer Ophelia war. Die englische Wikipedia erklärt uns, dass Ophelia eine Figur aus Shakespeares „Hamlet“ ist:  Sie ist eine junge dänische Adlige, die Tochter des Polonius, Schwester von Laertes und die potentielle Frau von Prinz Hamlet, die durch Hamlets Verhalten in einem Zustand des Wahnsinns endet, der letztendlich dazu führt, dass sie sich ertränkt. Wir vermuten, dass sich diese Ophelia-Inkarnation dafür rächen will und nun uns alle in den Wahnsinn treibt…

Wir versuchen uns auf unser Frühstück zu konzentrieren und Teller und Tassen auf dem Cockpittisch gut festzuhalten, wenn wieder eine Welle von den ausfahrenden Schiffen gegen Sabir knallt und sie zum Schaukeln bringt.

Das einzig Schöne hier ist zu sehen, wie all die ankernden Yachten ihre Nase in den Wind recken und gemächlich am Anker hin- und herschwingen. Dies strahlt eine Ruhe in dieser hektischen Bucht aus.

Nach dem Frühstück schnappen wir uns das Dinghy und fahren nun unsererseits auf dem Fluß Arade Richtung Portimão. Dort suchen wir ein Plätzchen, an dem wir mit dem Dinghy anlanden können.

Wir finden einen Schwimmsteg mit Fischerbooten zwischen der Auto- und der Bahnbrücke. Dort liegen auch schon andere Dinghies. Hier machen wir fest.

Entlang der Uferpromenade, die von Palmen und Kunstwerken gesäumt ist, schlendern wir in Richtung Jardim Visconde Bivar, einem kleinen Park mit hohen Bäumen, schönen Blumen und Bänken die in diesem schattigen Plätzchen zum Ausruhen einladen.

Da wir noch ganz am Anfang unserer Tour sind, drängt es uns weiter.

Wir gehen zum „Jardim 1° de Dezembro“. Hier verspricht uns der Reiseführer, dass wir wunderschöne Fliesengemälde zu sehen bekommen. Seht selbst:

Wir laufen weiter zum Rathaus, der Câmara Municipial de Portimão.

Weiter gehts zu dem Praça da República mit dem Jesuiten-Kolleg.

Wir kommen an Häusern, mit den hier typischen fliesenvertäfelten Fassaden, vorbei:

Wir finden diese netten Kerlchen:

Und schöne Wandgemälde:

Die Kirche „Nossa Senhora da Conceiçāo“ liegt auf unserem Weg. Die konnten wir leider wegen einer Baustelle nur von der Seite fotografieren.

Wir sind auch noch zum „Mercado de Portimāo“ gelaufen – dem Markt. Dieser hat jedoch leider schon geschlossen und öffnet seine Türen erst wieder am späten Nachmittag. Gerne hätten wir uns den Markt angeschaut. Da wir aber mit unserem Stadtrundgang schon am Ende sind und die Temperaturen es nicht erlauben noch drei Stunden bis zur Öffnung hier zu verbringen, entscheiden wir uns, wieder zurück zu Sabir zu gehen. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch in der Stadt und haben dann auf jeden Fall die Markthalle auf unserem Merkzettel stehen.

Beim Schlendern durch die Gassen fällt unser Blick auf dieses Schild:

Wir brauchen gar nicht lange zu überlegen und entscheiden uns, hier noch eine kurze Rast einzulegen. Wir werden von einem gigantischen Kuchenbuffet überrascht,

das für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Wir sind im ersten Moment etwas überfordert. Der nette Mann hinter der Theke erklärt uns alles und beschreibt uns die Leckereien auf Englisch. Die Entscheidung fällt uns sehr schwer. Auf die Frage, welchen Kuchen er empfehlen könne, sagt er: „Alle!“

Hier ein Link zu einer Webseite, die das „Casa da Isabel“ und die Feinbäckerin Isabel Ramos beschreibt: https://www.culinaryjourneys.de/blog/koeche/8-isabel-ramos. Auf der Website findet sich auch ein Link zu Google-Maps – falls Ihr da mal hin wollt.

Zurück geht es wieder an der Uferpromenade entlang. Wir fahren mit dem Dinghy zurück zu Sabir. Unterwegs haben wir einen schönen Blick auf das auf einem Hügel liegende Ferragudo und das Fort:

Wir beschließen spontan, dass wir uns morgen auf jeden Fall dieses schmucke Fischerdörfchen anschauen werden.

Am Ende des Tages stellen wir fest: Portimāo ist ein ruhiges, schönes Städtchen. Es hat nichts mit dem vorgelagerten und lauten Praia da Rocha gemein.

Eine Antwort auf „Portimāo“

  1. Hallo ihr zwei,
    Ihr habt sehr schöne Bilder eingestellt. ich freue mich immer wenn ich die Bilder von der Gegend, Meer, Küste, das schöne Wetter und natürlich euch sehe.
    Die Solardusche ist ja genial.
    Von der Kuchenbäckerei wäre ich nicht mehr losgekommen. ich hätte bestimmt viiiiel Kuchen gegessen und probiert, zum dahinschmelzen.

    Beste Grüße aus dem kalten Schwabenländle.

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