Der Sommer kehrt zurück

Madeira Island News berichtete am 26.10.:

SUMMER RETURNS END OF WEEK.

Das ist doch mal eine Wettervorhersage die uns freut.

Die letzten Tage war es kühl und es hat immer mal wieder geregnet, aber ab heute ist wieder Sommer.

Von der Nacht ist draußen noch alles feucht. Das haben wir hier so noch nicht erlebt. Macht aber nichts: Bis wir das Frühstück vorbereiten ist von der Sonne alles sehr schnell getrocknet und wir können mal wieder gemütlich an Deck frühstücken.

Nach dem Frühstück und Aufräumen haben wir noch etwa vier Stunden Zeit, bis wir heute zum Nachmittagskaffee bei unseren schwedischen Nachbarn auf der „Emma“ eingeladen sind. Zum Segeln reicht die Zeit nicht, daher entscheiden wir uns, eine kleine Wanderung zu machen.

Wir machen uns auf den den Weg Richtung der Kapelle „Capela de Nossa Senhora da Graça“, den wir ja schon kennen.

Wir kommen wieder bei einem Esel vorbei (ich habe ihn Fred getauft), der ohne Wasser auf steinigem, struppigem Boden steht. Wenn er uns sieht, versucht er zu uns zu laufen. Die Leine, die an seinem Hinterbein festgemacht ist, hält ihn jedoch davon ab. Sein durchhängender Rücken, sein struppiges Fell und die traurigen großen Glubschaugen sagen alles über sein wohl arbeitsreiches Leben. Wenn er sprechen könnte, ich wollte vermutlich gar nicht hören, was er von seinem Leben zu erzählen hätte…

Plötzlich flattert etwas über uns hinweg. Wir erkennen einen Wiedehopf. Leider waren wir mit der Kamera nicht schnell genug. Zuvor hatten wir heute auch schon einen Falken gesehen.

Auf dem letzten Stück des Weges zur Kirche kommen uns drei Jäger mit Jagdhunden entgegen. Sie waren auf Kaninchenjagd. Am Gürtel der Männer baumeln die leblosen Trophäen ihrer Jagd. Kein schöner Anblick.

Unterhalb der Kirche folgen wir dem Weg Richtung Pico do Castello.

Von hier haben wir einen schönen Blick über die Insel, der uns inzwischen schon sehr vertraut erscheint. Trotzdem hat er sich verändert. Wir erkennen immer wieder einen zarten grünen Flaum zwischen all der Dürre. Der Regen der letzten Tage hat der Insel sehr gut getan, er hat die sonst braune Insel in ein zartes Grün verwandelt.

Unser Weg wird gesäumt von Kaktusfeigen…

…die mit ihren Stacheln manchmal bedrohlich in den Weg ragen.

Plötzlich hören wir in der Ferne Schüsse und überlegen, ob es für uns sicher ist, wenn wir hier weiter laufen. Da es ein offizieller Wanderweg ist, wagen wir es weiter zu gehen.

Als wir um eine Wegkehre kommen sehen und hören wir Jäger, die ihre Hunde durch Pfiffe und Rufe in Schach halten. Die Hunde winseln, jammern, bellen und springen von hier nach da, die Abhänge hinunter und wieder hinauf. Sie wollen jagen. Es ist ein unübersichtliches Spektakel. Was jedoch zu erkennen ist: Die Jäger sind nicht sehr erfreut über unseren Anblick. Ich nicht über den Anblick der toten Kaninchen, die sie, würdelos an den Beinen zusammengebunden, kopfüber baumelnd, an ihrem Gürtel hängen haben.

Wir schlängeln uns auf einem schmalen Pfad an den etwa 10 Jägern vorbei, die schon aus der Ferne wild gestikulierend darum bitten, dass wir weiterlaufen sollen. Die sicherlich 50 Jagdhunde, die vom Adrenalin der Jagd aufgepeitscht sind und wild umher laufen, erschweren für mich das Durchkommen durch diese blutrünstige Meute.

Nur eine Wegbiegung weiter kommen wir an der Stelle an, an der wir heute einen der Caches auf dem Weg suchen wollen. Wir sind froh, dass die Jäger nicht gerade hier gestanden sind.

Danach geht es entlang einer Art Levada die von Kiefern gesäumt ist. Durch die warme Luft wird der angenehme Duft der Kiefern verströmt.

Nachdem wir einen weiteren Cache gefunden haben, müssen wir uns auch schon auf den Weg zurück machen.

Am Ende sind wir 9 Kilometer gelaufen und genießen anschließend den Nachmittag auf der „Emma“ mit Helena & Janne. Sie zeigen uns ihre Halberg-Rassy 42 und verwöhnen uns dann mit leckerem Apfelkuchen und Kaffee. Sie bieten uns auch noch schwedische Pfefferkuchen an, die mit einem Bild von „Emma“ (aus Zuckerguß?) verziert waren – eigentlich viel zu schade zum Essen. Vielen Dank für den schönen Nachmittag.

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