Außenborder funktioniert wieder

Wir hatten ja schon in verschiedenen Artikeln unseren Außenborder erwähnt. Der stand gefühlte 3 Wochen bei Eric, einem französischen Segler (der nur französisch spricht) am Schiff. Er hat sein Schiff aufs Trockene gestellt, da er morgen(!) für eine gewisse Zeit nach Frankreich fliegt.

Wir hatten letztes Jahr schon Probleme mit dem Motor: Wenn man es geschafft hatte, ihn einmal zu starten, dann lief er an dem Tag gut. Wenn er beim ersten Anziehen nicht angesprungen ist, war es an diesem Tag aussichtslos.

Dieses Jahr wollte er überhaupt nicht anspringen – egal was ich gemacht habe. Ich hatte mich deswegen, als wir „frisch“ vor Anker lagen, daran versucht den Vergaser sauber zu machen. Meine Bemühungen waren jedoch erfolglos. Mein nächster Versuch neue Zündkerzen einzubauen war ebenfalls vergeblich, der Motor sprang nicht an.

Deswegen habe ich Eric gefragt, ob er mir helfen kann (und möchte). Er kennt sich sehr gut mit diesen kleinen Motoren aus.

Eric ist das Ganze analytischer angegangen. Zuerst hat er die Zündung geprüft: Die Kerzenstecker wurden abgezogen und geschaut, ob zwischen Kerzenstecker und Motorblock ein Zündfunke sichtbar ist. Ich konnte den Funken zwar nicht sehen – aber ich habe Eric springen sehen, als sich der Funke an seine Hand verirrt hat… Die Zündung funktioniert also.

Im nächsten Schritt kam auch hier wieder der Vergaser dran. Eric nimmt ihn auseinander, findet eine verstopfte Düse (ich wusste nicht, wo man überall rum schrauben darf und bin deswegen gar nicht bis dahin vorgedrungen). Als nächstes wird der Kanister mit dem Benzin des letzten Jahres geleert – das wird wohl schlecht mit der Zeit.

Jetzt lässt sich zwar der Motor starten – er geht aber sofort wieder aus, wenn man kein Gas gibt.

Also noch mal: Vergaser auf, alle Düsen prüfen – ah, wir haben noch eine übersehen – säubern zusammenbauen, selbes Ergebnis.

Dem nächsten Test wird die Kraftstoffpumpe unterzogen. Tatsächlich ist dort eine der Membranen nicht mehr ganz in Ordnung. Ich versuche in einer Werkstatt eine neue zu bekommen. Die Membran muss jedoch auf dem Festland bestellt werden. Die Lieferung wird per Express 10 Arbeitstage – 2 Wochen dauern. Preis der Teile ca. 20€, Lieferkosten ca. 17€…

Gestern endlich konnte ich die Membranen abholen, heute nimmt sich Eric noch einmal Zeit für mich – morgen wird er mit Eugénie nach Madeira segeln und dann erst mal für eine längere Zeit weg sein…

Eric bringt die Membranen an der Pumpe an und wir setzen den Vergaser wieder auf. Motor startet und geht im Standgas wieder aus. Mist!

Nachdenken… Der Vergaser wird ein weiteres Mal ausgebaut und Eric findet noch einmal an einer Düse einen winzigen Schmutzpartikel. Dieses Mal bauen wir den Vergaser das letzte mal wieder zusammen. Der Motor startet und läuft und läuft und läuft und läuft…

Auch die festsitzende Lenkung hat Eric hinbekommen: Mit viel WD40, viel Kraft, viel Bewegen und Fett bewegt sich der Motor zunächst unwillig, dann immer leichter.

Claudia und ich machen eine Probefahrt zu Peter und Aideen auf die Petima und sind sehr zufrieden.

Merci beaucoup Eric, the outboard repair man!

PS PR 2

Klingt ein bisschen wie ein Blutwert, ist aber die Bezeichung für den Wanderweg, VEREDA DO PICO CASTELO, der mit einer Steigung von 210 m auf der Südseite des Pico do Facho entlanggeht und auf dem Pico de Castelo endet. Zudem gibt es auch noch die Möglichkeit auf der Nordseite entlangzulaufen.

Da wir das für heute geliehene Auto gut nutzen wollen, haben wir uns viel vorgenommen. Zum einen wollen wir den PS PR2 laufen um dann, vor dem Abstieg, am Pico Castelo zu picknicken. Anschließend soll es dann mit dem Auto zum PS PR1 gehen, damit wir dort noch zum Pico Branco undTerra Chã laufen können. Das sind die zwei Wanderwege auf Porto Santo, die angepriesen werden. Zum Abschluss des Tages steht Wellness in Porto das Salemas an. Dann soll es noch kreuz und quer über die Insel zurück zur Marina gehen um an schönen Stellen einen Fotostopp einzulegen. Sollte laut Reiseführer und den dort gemachten Angaben gut machbar sein.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir auf der kurvenreichen Straße nach Moledo und parken dort. Hier ist der Anfang unserer ersten Wanderung. Mit dem Auto konnten wir den Einstieg für den Wanderweg von der Marina aus innerhalb kurzer Zeit erreichen.

Nachdem es ein Stück lang den Forstweg zuerst über eine staubige Sandpiste in Serpentinen steil den Berg hinauf geht, gelangen wir an den Beginn der Aufforstung.

Am Ende des Forstweges kann man sich entscheiden, ob man den Weg entlang der Nord- oder der Südseite geht. Laut Reiseführer ist der Weg entlang der Südseite mit 4,6 km die längste Wanderroute die es auf Porto Santo gibt. Wir entscheiden uns den Weg hoch auf der Nordseite, die 3,2 km beträgt, und zurück auf der Südseite zu nehmen.

Auf dem Weg dahin, der zur Flanke des Pico do Facho liegt, sehen wir Überreste von alten Ackerflächen. Die Ackerflächen sind mit doppelten Mauern umgeben die vor langer Zeit durch körperlich schwere Arbeit errichtet wurden.

Auf der gesamten Wanderung sieht man die Wiederaufforstung auf Porto Santo. Die sichtbaren Erosionsvorgänge wurden hier erfolgreich eingedämmt. Die Wiederaufforstung aus dem Jahr 1921 ist dem Madeirischen Forstbeamten António Schiappa zu verdanken. Exotische Pflanzenarten wurden angebaut, die durch ihre robuste Art widerstandsfähiger gegen die widrigen Bedingungen sein sollten.

Der weitere Weg wird gesäumt von Aleppo-Kiefern und Monterey-Zypressen. An Stellen, die windgeschützt liegen, ist der Duft der Kiefern so intensiv als säßen wir in einem Schaumbad. Wenig später ändert sich der Duft des Schaumbades: Peter entdeckt Eukalyptusbäume. Auch diese strömen einen sehr intensiven Duft aus.

Wir brauchen sehr lange für den Weg; immer wieder bleiben wir stehen und bestaunen die Ausblicke auf die Insel: Auf die steile Küste, auf die Berge. Immer wieder sehen wir uns bekannte Stellen der Insel aus neuen und ungewohnten Blickwinkeln.

Ebenso haben wir die Steineiche und den prächtigen Natterkopf (der leider schon verblüht war) auf unserer Wanderung gesehen. Die im Reiseführer angekündigten Gabelbäume und die Besenheide konnten wir nicht sehen. Einheimische Arten, nämlich Drachen- und Olivenbaum sollen laut Reiseführer auch zu finden sein, diese haben wir aber auch nicht entdeckt.

Den Parkplatz, der sich hier befindet, kann man von Vila Baleira aus erreichen um hier den Einstieg zum Pico do Facho oder Pico Castelo zu beginnen.

Bevor es weitergeht, finden wir noch einen Cache und genießen den schönen Ausblick auf den Westen der Insel.

Wir lassen den Aufstieg zum Pico do Fache links liegen und gehen weiter zum Pico Castelo. Der Berg ragt steil vor uns empor. Wir folgen zunächst einer Sandpiste in Serpentinen. Danach geht es auf schmalen Wegen und dann wie auf einer Treppe hoch zum Gipfel.

Am Gipfel angelangt thront das Castelo mit dem Aussichtspunkt Canhão. Dort trifft man auf die Statue von António Schiappa, den großen Förderer der Wiederaufforstung von Porto Santo. Sie steht an einem Platz, von der man den Westen der Insel überblicken kann.

Hier findet sich auch ein schöner Platz mit Steinbänken und einem Steintisch. Über die Steinmauer hinweg hat man einen Blick auf Vila Baleira. Im Hintergrund kann man die Ilhas Desertas und Madeira im Dunst erkennen. Perfekt für unser Picknick.

Auf dem ganzen Weg hierher haben wir niemanden gesehen, auch hier oben scheinen wir alleine zu sein. Plötzlich nehmen wir wahr wie es hinter uns laut raschelt. Wir erwarten ein etwas größeres Tier, entdecken dann aber einen Mülleimer in dem sich Eidechsen sehr wohl fühlen. Auch auf und in der Steinmauer die den Aussichtspunkt umgibt, wuselt es vor Eidechsen. Sie finden auch sehr schnell den Weg zum Steintisch, auf welchem wir unser Picknick ausgebreitet haben. Wir „opfern“ eine Scheibe von unserem Apfel in der Hoffnung ungestört essen zu können. Dieser ist sofort in Sicherheit gebracht und alle anderen warten auf weitere Leckerbissen. Doch es sind zu viele, als dass wir sie von unserem Essen fern halten könnten. Wir geben ihnen noch eine kleine Cocktailtomate. Mit dieser ist ein geringer Teil der Truppe längere Zeit beschäftigt. Mit ihren kleinen Mäulern bekommen sie die Tomate nicht zu fassen, sie rollt immer wieder weg, es schaut eher nach Fußball aus was sie da treiben. Aber sie geben nicht auf.

Dennoch finden sich immer noch welche, die den Weg auf den Tisch finden um an unser Essen zu gelangen. Deshalb läuft einer von uns immer wieder einmal um den Tisch herum, das irritiert sie so sehr, dass der andere fast ungestört essen kann.

Vom Reiseführer erfahren wir, dass der Pico Castelo seinen Namen im 15. Jahrhundert erhalten hat. Hier gab es damals eine militärische Befestigung. Die Bevölkerung der Insel hat hier Zuflucht und Schutz vor den Überfällen französischen Piraten und den Algeriern gesucht. Durch den zentralen Standort konnte man perfekt die Verteidigung der Menschen organisieren. Dies machte den Berg zu einer Festung.

Wir stellen fest, dass hier die Uhren mal wieder anders ticken… heute verging die Zeit sehr schnell. Vermutlich schaffen wir, was wir uns vorgenommen haben, nicht alles an diesem Tag. Macht aber nichts. Wir wollen uns nicht hetzen lassen und den Tag genießen. Deshalb machen wir uns nach dem Picknick gemütlich auf den Rückweg. Wir nehmen den gleichen Weg wie hoch.

Am Auto angekommen stellen wir fest, dass es für die zweite Wanderung tatsächlich schon zu spät sein könnte.

Wir überlegen, was wir machen. Es erscheint uns zeitlich noch möglich die zweite Wanderung zu machen. Die im Reiseführer angegebene Zeit würde noch reichen. Aber wir wollen ja nicht nur auf den Berg hoch und runter laufen sondern auch die Aussichten genießen. Deshalb entscheiden wir direkt zu Porto Da Salemas zu fahren und den Tag mit einem warmen Bad abzuschließen und an einem der nächsten Tage nochmal ein Auto zu mieten.

Porto De Salemas ist dafür bekannt, wenn Ebbe ist, dass hier natürliche „Pools“ entstehen. Das Wasser was zurückbleibt, wird durch die Sonneneinstrahlung schnell warm und man hat quasi einen beheizten Pool. Darauf freuen wir uns. Klingt ein bisschen nach Wellness und unseren Knochen wird es nach der Wanderung sicher auch gut tun.

An Porto De Salemas angekommen, führt ein sehr steiler Weg nach unten. Mit geländegängigen Fahrzeugen darf man hier auch nach unten fahren. Wir gehen zu Fuß.

Unten angekommen stellen wir fest, dass viele andere die gleiche Idee hatten. Die Pools sind schon alle sehr belegt. Deshalb breiten wir unsere Strandtücher aus, genießen den mitgebrachten Kaffee und Bolo Arroz, den für hier typischen Reismuffin. Wir können gut beobachten wie die Ebbe immer näher kommt – eigentlich geht sie ja – und die Pools sich immer mehr mit Menschen füllen. Wir strecken uns auf unseren Tüchern aus und genießen den wärmenden Sand auf unserer Haut und lauschen dem Rauschen der Wellen, die hier mit hoher Kraft und lautem Getöse ankommen.

Aufgewärmt von der Sonne und dem Sand erklimmen wir den Rückweg zum Auto. Wir nehmen die Straße über den Nordosten der Insel zurück zur Marina.

Die Insel erscheint auch hier karg. Die Straßen gehen in Serpentinen rauf und runter. Immer wieder sind alte verfallene Steinhäuser zu sehen, die seit Jahren verlassen scheinen.

Auf Sabir angekommen, machen wir uns noch was zu essen und lassen den Abend- müde von der Sonne und der Bewegung – im Cockpit ausklingen. Nach 3 Wochen auf dem Schiff ohne große Bewegung sind wir wie erschlagen.

Unser erster „echter“ Sonnenuntergang auf Porto Santo

Für morgen haben wir ein Auto gemietet. Das können wir ab heute Abend für 24h nutzen.

Also laden wir Eugénie ein, mit uns auf die Nordseite der Insel zu fahren und den Sonnenuntergang anzuschauen. Auf unserer Seite der Insel ist er immer von den Bergen verdeckt.

Bei der Gelegenheit wollen wir mit dem roten Flitzer im Pingo Doce auch gleich noch Wasser und andere schwere Dinge kaufen. So müssen wir die nächsten zwei Wochen nicht mit den Rucksäcken Wasser kaufen gehen.

Wir fahren wieder zum Fonte de Areia. Es ist bewölkt und die Sonne selbst verbirgt sich hinter Wolken und einer Regenfront. Aber der Schein der untergehenden Sonne färbt den Himmel in wunderschönen Farben.

Wir machen viele Fotos und fahren schließlich bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück zur Marina.

Status-Update

Wir haben uns diese Woche am 8. September an den Kopfsteg in der Marina verhohlt. Wir waren die Paddelei mit dem Dinghy ein bisschen leid. Die Zeit um an oder von Bord zu kommen beträgt in der Regel knapp 30 Minuten pro Strecke (alles Packen, was man möglicherweise benötigen könnte, alles sicher im Dinghy verstauen, meist gegen den Wind paddeln,…) – da überlegt man sich gut, wann und wie oft man täglich hin und her fährt. Mit dem Außenborder wäre die reine Fahrzeit im Minutenbereich – aber wir warten immer noch auf die Dichtung für die Kraftstoffpumpe. Diese haben wir am 1. September mit Express bestellt. Die Lieferzeit beträgt 4-5 Tage, dann noch 2-3 Tage nach Porto Santo. Theoretisch könnte sie schon da sein, sollte aber hoffentlich bis Freitag kommen…). Am Steg reicht ein großer Schritt…

Wir wollen mit den 220V am Steg auch mal wieder ein paar Geräte laden, die sich nicht an der 12V-Steckdose laden lassen und wieder einen Großeinkauf machen. Eventuell ein Auto leihen…

Beim Ankeraufgehen stelle ich fest, dass es heute Ankersalat gibt. Beim Schwojen in den letzen Tagen hat es unser Anker geschafft, sich unter eine alte schwere Mooringkette zu legen. Beim Versuch unseren Anker hochzuziehen liegt diese nun viel zu schwer auf unserer Kette. Die Ankerwinsch schafft es so natürlich nicht unseren Anker hochzuziehen. Mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen gehe ich ins Wasser und schaue mir das Schlamassel an. Ich bin es nicht gewohnt zu tauchen und komme nicht wirklich weit. Aber es gelingt mir doch an die Stelle zu kommen, an der die dicke schwere Kette über unserer liegt. Ich schaffe es auch ca. einen halben Meter Kette über unsere eigene zu heben. Die schwere Kette rasselt daraufhin wieder weiter in die Tiefe – so tief, dass ich nicht mehr ran komme. Wir versuchen mit unserer Winsch die Kette so weit aufzuholen, bis der Elektromotor nicht mehr mag. Ich gehe noch mal runter und hebe noch mal mehr der alten Kette über unsere. Das ganze wiederholen wir noch ein paar mal, bis unsere Kette komplett frei ist.

Wir machen am Kopfsteg fest und genießen es seither, einfach ein paar Meter zu laufen um zu unseren Fahrrädern, zum Duschen oder zur Marina-Bar zu kommen. Allerdings brauchen wir nun immer noch längere Zeit um „an Land“ zu kommen – der Smalltalk mit den Stegnachbarn braucht auch so seine Zeit.

Trotz der Annehmlichkeiten wollen wir, sobald der Außenborder funktioniert, wieder an den Anker gehen.

Wir werden in den nächsten Tagen auch noch mit unseren Abeitgebern sprechen und fragen, ob wir bis Ende Dezember verlängern können.

Hatte ich geschrieben, dass eines unserer Solarpanele keinen Strom geliefert hat? Das hatten wir festgestellt, als wir das Problem mit den Batterien hatten. Das Kabel zwischen dem Solar-Modul und dem Solarregler war zu alt und korrodiert. Ich habe das Kabel getauscht und wir haben nun wieder 2 mal 100W Solar zum Laden unserer Batterien.

Boat Hour

Boat Hour /bəʊt ˈaʊə(ɹ)/ (engl.)

Bootsstunde, Subst., fem., pl. -n

Die Bootsstunde ist ein relatives Zeitmaß. Sie bezeichnet die Zeitdauer, die benötigt wird, um irgendetwas auf einem Boot zu erledigen. Der Beginn einer „Boat Hour“ kann immer exakt bestimmt werden, das Ende jedoch nie…


PS: Die Batteriebänke haben wir nach langem tüfteln getrennt (Danke Adi für die große Hilfe). Wir können sie bei Bedarf parallel schalten. Die Stromversorgung ist wieder normal (Kühlschrank läuft). Jetzt müssen wir nur noch dafür sorgen, dass beide Batterien automatisch gleichmäßig geladen werden, wenn der Motor läuft – dazu müssen wir sie aktuell noch parallel schalten. Das wird sich aber ganz sicher in einer Stunde erledigen lassen 😉.

Endlich segeln…

…dachten wir gestern Abend …nachdem Sabir am Mittag ihr Segelkleid bekommen hat. Ich muss schon sagen, auf diese Garderobe, vor allem den Platz den sie unter Deck dafür hatte, bin ich schon ein bisschen neidisch…

Nachdem es zu regnen (naja eher nieseln) aufgehört hatte, begannen wir mit den Vorbereitungen.

Wir brachten die Reffleine, die am Anfang mit einem Achtknoten gegen das Ausrauschen gesichert ist, an der Rollanlage an.

Dann wurde die Reffleine auf die Rollanlage gewickelt.

Die Rollanlage befindet sich am Ende des Vorstags, welches hoch zum Mast führt.

Anschließend wurde die Reffleine durch eine Umlenkrolle, die sich am Vorschiff befindet, geführt

und durch eine weitere, viel größere Umlenkrolle,

die sich auf Höhe des Cockpits befindet, gezogen und nach innen auf die Winsch im Cockpit, gelegt.

Anschließend haben wir die Vorschoten auf beiden Seiten durch die Holepunkte

und die Umlenkrollen geführt,

die sich ebenfalls auf Höhe des Cockpits befinden.

Dann brachten wir die schwere Genua (20kg?) auf das Vorschiff und packen sie aus.

Am Schothorn der Genua werden die Vorschoten mit einem Palstek angeschlagen.

(Das Bild ist erst einen Tag später entstanden).

An den Kopf der Genua kommt ein Fallstek.

(Zu Demonstrationszwecken nochmal geknotet).

Anschließend teilten wir uns so auf, dass meine Aufgabe darin bestand die Genua am Vorstag „einzufädeln“, während Peter an der Winsch am Mast stand und das Vorsegel hochzog, da dies die Aufgabe war, die sehr viel mehr Kraft benötigte. Beim „Einfädeln“ musste darauf geachtet werden, dass sich nichts verhakt. So ging es Stück für Stück, so wie ich es eingefädelt hatte, durch das Kurbeln an der Winsch nach oben.

Bis auf eine kleine Windböe, die kurz bevor das Segel oben war ins Segel gefahren ist – Wahnsinn was für Kräfte da plötzlich freigesetzt werden – hat alles bilderbuchmäßig geklappt.

Anschließend wurde die Genua noch eingerollt.

Eugénie, unsere Ankernachbarin, hatte sich angeboten bei der Aktion dabei zu sein, falls ein drittes Paar Hände nötig sein sollte. Danke Eugénie! Wir mussten ihre Hilfe aber nicht in Anspruch nehmen.

Sabir ist nun e n d l i c h wieder ein Segelschiff.

Deshalb haben wir am gestrigen Abend überlegt und beschlossen: Morgen werden wir segeln gehen!

Weit gefehlt!

Peter kontrolliert immer mal wieder auf der Batterieanzeige, wie es mit dem Strom ausschaut. Dies war die letzten Tage mit dem kräftigen Wind nie ein Problem. Wir konnten sogar täglich alle unsere elektrischen Geräte laden. Das System kam trotzdem nie an seine Grenzen. Da heute jedoch viel weniger Wind und es zeitweise bewölkt war, war die Anzeige viel niedriger als die letzten Tage.

Deshalb wollte Peter zur Sicherheit den Motor starten, so dass sich die Batterien aufladen können. Dann können wir morgen nämlich den Anker lichten, mit Hilfe des Motors aus dem Hafen rausfahren und draußen dann die Segel setzen.

Obwohl die Anzeige einen Wert von 12,4V zeigte, war es nicht möglich den Motor zu starten… was nun?

Wir richten die Solarpannelen nochmal Richtung Sonne aus und hoffen zusätzlich auf Wind. Die Anzeige klettert auf 12,8V. So sollte es klappen den Motor zu starten. Während Peter dies versucht beobachte ich, dass die Anzeige auf 11,3V abfällt. Der Motor macht nur einen kleinen Muckser, startet aber nicht.

Wir sind enttäuscht und traurig und hoffen, dass es morgen (also am heutigen Tag) wieder mehr Wind und Sonne gibt, so dass sich die Batterien gut laden können und wir dann – hoffentlich – am Freitag segeln können…

Peter erklärt mir, das „Problem“ der Stromversorgung auf Sabir:

Wir haben zwei Batteriebänke auf Sabir. Die Service-Batterien für Kühlschrank, Licht, aber auch die Navigationselektronik und die Motor-Batterie, die ausschließlich zum Starten des Motors genutzt wird. Die beiden sind (in der Regel) getrennt, so dass der Motor immer gestartet werden kann, auch wenn die Service-Batterien schwach sind. Bei uns sind die beiden Bänke aus einem uns nicht bekannten Grund parallel geschaltet, so dass der Kühlschrank auch die Motor-Batterie entleert – und genau das ist versehentlich passiert.

Die Sache mit den parallel geschalteten Batterien war uns bekannt und wir hatten gehofft, die Situation kontrollieren zu können. Peter wollte zu einem späteren Zeitpunkt herausfinden, wieso die Batterien zusammengeschaltet sind und sie dann trennen. Jetzt müssen wir das doch auch früher schon angehen…

Der Kühlschrank war heute den ganzen Tag ausgeschaltet und auch sonst hatten wir alle elektrischen Verbraucher getrennt. Die Sonne und der Wind konnten also den ganzen Tag die Batterien laden.

Abends um 19:00 Uhr haben wir nochmal einen Versuch gewagt und den Motor gestartet. Er hat uns freudig angesprungen und lief dann für zwei Stunden zum Laden der Batterien. Alles wieder gut.

Morgen werden wir also wieder nicht segeln gehen, sondern uns der Sache mit den parallel geschalteten Batteriebänken annehmen.

Am Abend haben wir Maddie und Herby von der „Wisdom“, die neben uns vor Anker liegt, zu uns eingeladen. Wir haben uns mit den beiden jungen Amerikanern lange und gut unterhalten.

Fonte Da Areia – Sandbrunnen

Wenn der Lobo Marinho – die Fähre von Madeira – in den Hafen einfährt und anlegt muss er sich zuerst drehen und dann rückwärts fahren, dies kündigt er durch drei mal Hupen – „meine Maschine geht rückwärts“ – an. Tatsächlich werden wir heute davon geweckt. (Wann das ist, wird an dieser Stelle nicht verraten). Es ist schon sehr spät, wir haben lange, aber nicht viel geschlafen. Die letzten zwei Nächte wurden wir durch den heftigen Wind, aber vor allem durch die Böen, immer wieder aufgeschreckt und aufgeweckt.

Nach dem Frühstück würden wir uns am liebsten wieder hinlegen und den Schlaf nachholen. Wir raffen uns dennoch auf, paddeln mit dem Dinghy – das es heute Nacht durch den Wind auf den Bauch gedreht hat – an den Steg, schnappen uns die Klappräder und machen uns auf den Weg zum „Fonte Da Areia“.

Es geht an uns inzwischen bekannten Stellen,

durch Ortschaften mit schönen Häuschen und für uns ungewohnten Bäumen im Vorgarten (Granatapfel),

und am Flughafen entlang .

Auf dem Weg zu Fonta Da Areia werden wir immer wieder mit herrlichen Blicken auf die Steilküste und auf den Atlantik überrascht.

Am Fonte Da Areia stehen Warnschilder, die vor Erosionen warnen und davor, dass man sich von den Klippen fern halten soll.

Trotzdem wagen wir es und gehen die letzten paar hundert Meter zu Fuß einen gut ausgebauten Weg, an dessen beiden Seiten riesige Formationen aus Sand in die Höhe ragen. Der Wind und die atlantischen Stürme haben die Sandsteinklippen zu beeindruckenden Gebilden geformt.

Am Ende des Weges hat man einen freien Blick auf den Atlantik mit der Nordküste von Porto Santo und die Ilheu da Fonte da Areia.

In der Nähe des Aussichtspunktes steht ein Trinkbrunnen, der 1843 gebaut wurde. Seinem Trinkwasser – das heute leider nicht mehr sprudelt – wurde eine heilende Wirkung zugeschrieben. Dieser Brunnen ist der Namensgeber für diesen wunderschönen Ort. Der Platz bietet Sitzmöglichkeiten und ist umgeben von einem Palmenhain. Wir machen eine kurze Rast an diesem wunderschönen Plätzchen, das sich auch prima für ein Picknick anbieten würde. Dadurch, dass eigentlich davor gewarnt wird, diesen Ort zu besuchen, kümmert sich auch niemand um die Pflege und den Erhalt dieses Kleinods.

Den Weg zurück nehmen wir an der Rückseite des Flugplatzes. Einen kurzen Weg zurück gibt es nämlich nicht. Die Start- und Landebahn verläuft einmal quer zur Insel. Der Weg ähnelt einer sandigen Schotterpiste. Unserer Klappräder sind ja nicht unbedingt offroad geeignet, deshalb werden wir ganz schön durchgeschüttelt und immer mal wieder vom Winde verweht. Die Start- und Landebahn wäre eigentlich der perfekte Radweg, die paar Flugzeuge die hier starten und landen… aber durch den Zaun bleibt sie für uns unerreichbar.

Die Landschaft um uns ähnelt einer Wüste, dazwischen finden sich Kiefern

und dieses für Porto Santo typische Gewächs:

Wer weiß, was das ist? Wir tippen auf die „Essbare Mittagsblume

Um uns herum wimmelt es von Kaninchen, die vor oder hinter uns den Weg kreuzen. Bis wir sie entdecken sind sie auch meistens schon wieder fast verschwunden, lediglich ihr weißes Schwänzchen verrät sie.

Plötzlich stehen wir vor einem Schild, das vor einer Baustelle warnt. Wie jetzt? Wir schauen uns ungläubig an und haben beide den gleichen Gedanken: Der Weg ist doch schon Baustelle… wird er nun besser oder schlechter? Auflösung: Der Weg bleibt, wie er ist.

Zurück in Vila Baleira fragt Peter im Fahrradladen noch nach der Dichtung/Membran für die Benzinpumpe des Außenborders. Die Jungs versichern – wie schon am Samstag – glaubwürdig, dass sie sich noch heute, bis spätestens 19 Uhr, bei ihm melden würden.

Zum Abschluß des Tages belohnen wir uns noch mit Lambecas

und radeln dann zurück zum Hafen. Dort sehen wir Eugenie, Adi und Eric vor der Marinabar und gesellen uns noch kurz dazu.

Als wir zurückpaddeln steht schon ein sehr voller Mond am Himmel und wir überlegen ob die alte Volksweisheit und Bauernregel Recht hat und sich das Wetter zu Vollmond ändern und der Wind abnehmen wird.

Auf Sabir angekommen, essen wir noch eine Kleinigkeit, lassen den Tag Revue passieren und stellen fest, die Jungs vom Fahrradladen haben sich nicht gemeldet…

Google bescheinigt uns heute eine Strecke von etwas mehr als 16 Kilometer. Müde und erschöpft fallen wir ins Bett.

Der Wind hat uns heute auch an Land kräftig durchgeweht. Wir checken noch die Vorhersage für morgen. Sabir soll nämlich endlich ihr Segel bekommen, und zur Anprobe wollen wir es nicht zu windig haben. Er soll in dieser Nacht zwar insgesamt abnehmen, aber die Böen werden uns auch in dieser Nacht – zwar abgeschwächt – erhalten bleiben.

Wir hoffen heute besser schlafen zu können.

Moinho – Mühle

Vom letzten Jahr wussten wir, dass es eine Windmühle gibt, wo ein Cache versteckt sein soll. Diesen wollten wir nach einem leckeren Abendessen mit Petra und Andi noch suchen, doch war uns damals zu fortgeschrittener Stunde der Weg zu weit.

Als Peter diese Woche noch Arbeiten am Schiff durchführen wollte, habe ich mich zu Fuß auf den Weg zu der Windmühle gemacht. Eigentlich erwartete ich “nur“ die Windmühle, wurde dort aber von einem gigantischen Ausblick und der Bar Moinho Das Lombas überrascht.

Auf dem Weg dahin habe ich ein Hinweisschild zum Quinta das Palmeiras entdeckt – einem Botanischen Garten mit Minizoo.

Da ich zu Fuß unterwegs war und ich nicht einschätzen konnte, wie weit es noch zum Quinta das Palmeiras sein wird und es außerdem auch sehr warm war, bin ich umgekehrt und habe Peter von meinen Entdeckungen erzählt.

Am nächsten Tag haben wir uns dann unsere Klapprädern geschnappt und sind zusammen zur Bar Moinho Das Lombas geradelt.

Wir kämpften mit und gegen den Wind, der hier die nächsten Tage noch zunehmen soll.

Oben angekommen haben wir uns mit einem Galao und Bolo de Arroz (portugiesischer Reismuffin) belohnt und auf den Geburtstag einer Freundin angestoßen.

Den Cache haben wir natürlich auch noch gesucht und gefunden.

Weiter ging es dann zum Quinta das Palmeiras. Die Straße führt immer stetig bergauf, was mit unseren kleinen Klapprädern und dem Gegenwind eine sportliche Herausforderung war. In der Ferne konnten wir irgendwann den Botanischen Garten erkennen.

Da für abends im kleinen Rahmen ein Potluck geplant war und wir noch Sachen vorbereiten wollten, beschlossen wir, für heute den Rückweg anzutreten. Die Zeit hätte uns nur gereicht dort anzukommen, aber nicht mehr den Botanischen Garten anzuschauen. Dies steht nun auf unserer To-do-Liste für die nächsten Tage.

Ich freue mich auf den Rückweg, der ja nun stetig bergab und mit Rückenwind leichter zu bewältigen sein sollte. Aber… kurioserweise mussten wir auch jetzt wieder gegen den Wind kräftig in die Pedale treten.

Auf dem Weg zum Hafen noch ein kurzer Zwischenstopp im pingo doce zum Einkaufen und mit vollbepackten Rucksäcken die letzte Strecke zurück.

Am Dinghy angekommen paddelten wir – wie sollte es anders sein – gegen den Wind zu Sabir. Es wurde ein Schichtsalat und Knoblauchbrot vorbereitet. Adi hat sich um den Thunfisch und die Hühnchen, die auf den Grill sollten, gekümmert.

Bepackt mit unserem Essen und dem Grill ging es paddelnderweise zum Dinghysteg – ja, genau, ihr ahnt es bereits, gegen den Wind.

Adi steht mit seiner Annie auf dem Trockenen, auf dem Platz wo auch Sabir stand. Dort treffen wir uns mit ihm und Eugénie von der Giulia. Eric, der mit seiner Ricke ebenso auf dem Trockenen steht, gesellt sich auch noch kurz dazu. Eric – aber halt, das ist eine andere Geschichte, und die soll ein anderes Mal erzählt werden.

Wir verbringen einen schönen und geselligen Abend.

Anschließend hat uns Eugénie, unsere belgische Ankernachbarin, mit ihrem Dinghy (i h r Außenborder funktioniert) durch die – kurzzeitige windstille – Nacht zu Sabir geschleppt.

Müde, zufrieden und mit vollem Magen fallen wir ins Bett.

Strippenziehen und GFK schneiden

An anderer Stelle hatten wir ja schon davon geschrieben, dass ich die Navigations-Elektronik ein wenig modernisieren möchte. Dazu hatte ich noch auf dem Trockenen die neue Logge mit Tiefen- und Wassertemperatur-Messer in den Rumpf eingebaut. Diese Woche war die Verkabelung und das Setzen des neuen Instruments an der Reihe.

Als erstes habe ich mich hinter den Instrumententafeln verkrochen, um dort, in den Tiefen von Sabirs Elektrik, den NMEA2000-Backbone hinunter, unter dem Kartentisch hindurch in Richtung zur Bilge zu verlegen.

Als Nächstes verwandelt sich der Salon von Sabir, wie üblich bei solchen Aktionen, mal kurzerhand in ein Chaos. Wir mussten fast alle Bodenbretter abheben, so dass wir an die Kanäle kommen, in denen die Kabel verlaufen.

Mit einiger Mühe gelingt es uns, die vielen Meter Kabel bis nach vorne zur Logge zu verlegen. Die Bodenbretter werden wieder eingelegt. Weiter geht es durch die Decke…

Erneut verkrieche ich mich in Schränken, um die andere Seite des Backbones in Richtung zu den Instrumenten oberhalb des Niedergangs zu verlegen.

Dieses Mal muss die Decke des Salons teilweise abgenommen werden.

Aber auch hier gelingt es uns das Kabel einzuziehen, so dass ich mich nun um das Setzen des Instruments kümmern kann.

Das alte Instrument des Tiefenmessers wird ausgebaut. Mit der Einbauschablone des neuen werden vier Löcher für die „runden Ecken“ des Ausschnitts angezeichnet. Die Löcher (14mm) werden gebohrt und der Ausschnitt wird mit der Oszilationssäge ausgesägt. Bei dieser Arbeit fällt feinster Glasfaserstaub an, den wir nicht im Schiff, in der Lunge oder in den Augen haben wollen. Es gelingt jedoch nur leidlich, den Staub komplett aus dem Schiff herauszuhalten.

Am Ende passt alles, das Instrument kann eingesetzt und angeschlossen. werden. Auf der Anzeige können wir uns nun die verschiedensten Informationen anzeigen lassen. Unter anderem auch die AIS-Signale anderer Schiffe in der Nachbarschaft.

Übrigens: In der vergangenen Nacht haben wir nicht wirklich gut geschlafen. Der Wind hat in der Nacht auf Sonntag weiter aufgefrischt und auch heute den ganzen Tag mit Böen um 5-6 Beaufort geblasen. Das Maximum, das wir gemessen hatten, lag in der Nacht bei 29,9kn (7 Bft). Heute Nacht scheint es auch nicht anders zu werden. Aber: Der Anker hat bislang gut gehalten.

Das Boot (der Film)

Könnt Ihr Euch an „Das Boot“ (den Film) erinnern? Wenn die auf „Feindfahrt“ waren, getaucht sind und man dann die Schraubengeräusche von den Schiffen hört, die über das U-Boot fahren?

Das haben wir hier im Hafen auch. Mindestens einmal täglich kommt „Lobo Marinho“ (Seewolf), die Fähre von Funchal und freitags kommt ein Containerschiff mit Waren für die Insel. Jedes Mal, wenn die großen Schiffe hier im Hafen manövrieren, hören auch wir unter Deck die Schraubengeräusche.

Beim ersten Mal war das ganz schön gruselig, das hört sich nämlich ähnlich an, als würde eine große Menge Wasser ins Schiff laufen.

Inzwischen ist es eher ein Zeitzeichen geworden: „der Lobo fährt ab, es ist 20:00 Uhr“…